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300 Freiwillige bei Großübung im Einsatz : Der Wald steht in Flammen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Prignitzer und Altmärker probten am Sonnabend in der Nähe von Glöwen für diesen Katastrophenfall.

von
erstellt am 17.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Für 300 Freiwillige von Feuerwehr und DRK ging es Sonnabend früh in den Wald. Zwischen Glöwen und Nitzow liegt quasi mitten im Nichts der Pionierübungsplatz für Land und Wasser der Bundeswehr. Er wurde der Ort für eine große Waldbrandübung. Und zwar gemeinsam mit dem Landkreis Stendal, „denn ein Feuer hält sich bekanntermaßen nicht an Landesgrenzen; wir müssen unser Zusammenspiel trainieren“, sagt Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Prignitz. Auch Landrat Torsten Uhe ist gekommen, will an Ort und Stelle sehen, wie die Zusammenarbeit funktioniert. Er erinnert auch an den großen Waldbrand vor 40 Jahren, bei dem 600 Hektar Waldfläche bei Kuhblank in Flammen standen. Groß ist auch das Interesse von Altmärker Seite. Der Landkreis wird von seinem 2. Beigeordneten Sebastian Stoll vertreten.

Mit im Boot ist bei dieser Großübung auch die Bundespolizei. Ihr Hubschrauber nimmt an der Havel Wasser auf. Die Rotorenblätter dröhnen. Der Helikopter steuert auf die gelben Sanddünen zu. Wassermassen stürzen auf die Erde.


Wenn Maria kommt, klicken die Handys


Einige Kiefernbüsche mitten in der Düne brennen. Das ist der große Moment für Maria. Handys und Kameras klicken. Dynamisch und kraftvoll bahnt sich Maria ihren Weg durch den Sand. Maria wiegt 40 Tonnen, hat 11  000 Liter Wasser an Bord und ist bei dieser Übung so eine Art Star. Diesen Namen trägt der Löschpanzer der Firma Dibuka aus Seehausen mit Niederlassung in Perleberg. Geschäftsführer Hans-Joachim Schulz sagt, diese Technik komme überall dort zum Einsatz, „wo herkömmliche Technik nicht eingesetzt werden kann“, weil ein Gebiet beispielsweise mit Munition kontaminiert ist. Sein Unternehmen verstehe sich als Spezialist für Feuer- und Vegetationsmanagement auf munitionsbelasteten Flächen sowie Katastrophenschutzdienstleistungen. Löschpanzer Maria demonstriert medienwirksam, was er kann.

Auch die Kameraden der Feuerwehren – allein 17 sind aus der Prignitz dabei – beherrschen ihr Metier aus dem Effeff, stellen eine 1600 Meter lange Wasserversorgungsstrecke sicher, die funktioniert, montieren Schlauchbrücken, die bei einer Höhe von 3,50 Metern Einsatzfahrzeugen eine freie Fahrt garantieren. Die Mitglieder der Schnelle Einsatzeinheit Sanitätsdienst des DRK proben die Bergung und Versorgung von Verletzten.

„Je mehr man trainiert, desto besser sitzt jeder Handgriff, selbst wenn es nur ums Ausrollen und Koppeln von Schläuchen geht“, sagt André Schorstedt aus der Einheitsgemeinde Bismarck auf die Frage, was so eine Übung denn bringe. Kameraden aus Plattenburg hätten sich allerdings gewünscht, so antworten sie auf die gleiche Frage, dass „wir hier heute eine richtige Einsatzübung mit Alarmierung gefahren hätten“.

Sehr zufrieden mit dem Gesehen und Gezeigten ist der Prignitzer Kreisbrandmeister Holger Rohde. „Ziel war es für uns Führungskräfte, zu sehen, wer hat welche Technik, wer arbeitet mit wem wie zusammen, was ist zu verändern. In dieser Beziehung hat der Tag belastbare Erkenntnisse gebracht.“

Die Übung reiht sich ein in das Schwerpunktthema dieses Jahres. Und das ist die Bekämpfung von Waldbränden, erläutert Erich Schlotthauer und verweist auf bereits vorangegangene zwei Schulungen und Weiterbildungen.

 

 

 

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