Wilde Welt Wald : Der Wald kann sprechen

Von Nymphen wird Lars Rudolph darauf aufmerksam gemacht, dass der Wald sprechen kann.
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Von Nymphen wird Lars Rudolph darauf aufmerksam gemacht, dass der Wald sprechen kann.

Kunstprojekt thematisiert auf verschiedenen Wegen den Zustand des Forsts

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22. Mai 2018, 05:00 Uhr

„Im grünen Wald, da wo die Drossel singt. Und im Gebüsch ein junges Rehlein springt“, rezitiert Lars Rudolph am Sonnabend singend im Stück „Ritt durch den Wald“.

Was sich wie ein Kinderlied anhört, ist Teil eines ungewöhnlichen Projekts des Künstlerkollektivs BBM Unbesandten, der Galerie Divan Stavenow und dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Der Ferbitzer Forst wird zu einer großen Freilichtbühne, auf der neben Lars Rudolph – bekannt aus Filmen wie „Lola rennt“ oder dem Tatort – auch seine Schauspielkollegin Barbara Philipp auftritt. Über den künstlerischen Anspruch hinaus geht es den 20 großen und kleinen Mitwirkenden darum, den Zustand des deutschen Waldes zu thematisieren. Waldsterben in den 80er Jahren, Klimawandel in der Gegenwart. Wird ein Sehnsuchtsort der Deutschen zum Patienten? Liegt er gar schon im Koma?

Mehr Bewusstsein für den Wald bei den Menschen zu schaffen, scheint der Wunsch der Künstler zu sein. „Wir nehmen das Publikum in zwei Gruppen mit auf einen etwa zwei Kilometer langen Spaziergang durch den Wald. Die Szenen werden an verschiedenen Punkten aufgeführt“, erklärt Olaf Arndt von BBM. Die Leute sollten erkennen, dass Naturschutz nicht nur Verbot bedeute, sondern welch positive Wirkung er habe. Bei Lars Rudolph und Barbara Philipp rannten die Initiatoren des Projekts offene Türen ein. „Ich stamme gebürtig aus der Eifel und bin ein halbes Waldkind. Ich verliere mich im Wald, es ist ein Stück Heimat“, sagt die 52-Jährige, die ebenfalls aus verschiedenen Tatort-Folgen an der Seite von Ulrich Tukur bekannt ist. Lars Rudolph hat sogar sein Norweger-Pferd Bubi für die Performance mitgebracht. „Er macht das alles geduldig mit. Mit seinen 14 Jahren wird er immer wieder für Rollen gebucht“, so der Mime. Den performativen, teils improvisierten Charakter des Stückes lobt er. „Ich mag es, wenn Dinge entstehen. Wir sind hier ein Konglomerat aus verschiedenen Charakteren“, erzählt der in der Uckermark lebende Schauspieler.

Dem Stück zugrunde liegen Werke verschiedener Autoren wie Wilhelm Heinrich Riehl, dem Urvater der Volkskunde. Oder auch von dem Romantiker Johann Ludwig Tieck.

Neben dem „Ritt durch den Wald“ ist auch ein achtgängiges Wald-Menü in der Ruine Stavenow Teil des Projekts. „Es kommen zum Beispiel Fichtenspitzen in den Nachtisch und die Servierunterlagen stammen alle aus dem Wald und werden extra für uns angefertigt. Da haben wir Hilfe von Holger Galonska, von der Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz.“

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