Ehemaliges Hotel wird saniert : Der Verfall ist gestoppt

Mit der Sanierung verschwindet ein Schandfleck im Zentrum der Altstadt.
Mit der Sanierung verschwindet ein Schandfleck im Zentrum der Altstadt.

In das ehemalige Hotel „Deutsches Haus“ zieht wieder Leben ein / BUND und Filzwerkstatt wollen Räume nutzen

svz.de von
20. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Die Restaurierungsarbeiten in einem der stadtbildprägenden Eckgebäude in der historischen Lenzener Altstadt, dem ehemalige Hotel „Deutsches Haus“, in der Hamburger Straße 48/49 schreiten weiter voran. „Derzeit wird das Fachwerk unter Aufsicht der Denkmalbehörde und eines Holzschutzgutachters schrittweise erneuert. Statisch sind die Arbeiten sehr aufwendig“, erklärt Planer Frank Milbrett gegenüber dem „Prignitzer“.

Lange Jahre stand Meiers Hotel, wie das Haus nach der früheren Betreiberfamilie auch genannt wurde, leer. Früher pulsierte in dem ehemaligen Gasthaus mit Saal, Küche, Fremdenzimmern sowie Neben- und Dachräumen auf mehreren Etagen das Leben. Nach dem Ende als Gaststätte übernahm der VEB Gebäudewirtschaft Lenzen das Haus, hatte hier bis Anfang der 1990er Jahre seinen Sitz. Dann kehrte Ruhe ein.

Vor einigen Jahren nahm sich der Verein zur Förderung des Rudower Sees des stattlichen Bauwerks am Marktplatz an. Der Verein hatte das Mitte des 18. Jahrhundert errichtete und unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus mit Unterstützung des Trägerverbundes Burg Lenzen, einer Allianz zwischen der Stadt und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), für 10 000 Euro ersteigert.

Mit Fördermitteln in Höhe von 150 000 Euro begannen Anfang des vergangenen Jahres die Reparaturarbeiten „zur Sicherstellung der Immobilie“, wurden statisch-relevante Bauteile sowie Dach- und Deckenbalken des Gebäudes ersetzt und die rund 500 Quadratmeter umfassenden Dachhaut erneuert. Damit konnte der fortschreitende Verfall des prägnanten Eckgebäudes in der Hamburger Straße 48/49 durch Witterungseinflüsse gestoppt werden.

Nach einem Mehrheitsbeschluss ihrer Abgeordneten übernahm dann die Stadt Lenzen das Gebäude, um „den geänderten Fördermittelkriterien“, wie Lenzens Bürgermeister Christian Steinkopf erklärte, zu entsprechen. Denn der Verein selbst hätte weitere staatliche Zuwendungen für die veranschlagten Gesamtbaukosten in Höhe von „einer guten Million Euro“ nicht beantragen können. Steinkopf hofft nun, dass die Sanierungsarbeiten am Gebäude und im Außenbereich Ende 2014/Anfang 2015 beendet werden können. Dann soll das Leben im „Deutschen Haus“ wieder pulsieren. Die Bewirtschaftung wird der Trägerverbund übernehmen. Geplant sei, einige Räume an Institutionen aus dem Bereich des Umwelt- und Naturschutzes zu vermieten. Außerdem kann sich der Lenzener Bürgermeister vorstellen, dass einige Exemplare aus dem umfangreichen Fundus der Stadt in einem Heimatmuseum auf dem Dachboden des Gebäudes ein neues Zuhause finden. Der Umzug der Filzwerkstatt ins ehemalige Hotel ist bereits beschlossene Sache.

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