100 Tage Landrat : Der Terminplan diktiert den Alltag

Selbst hat er nicht gezählt, aber ein Anrufer gratulierte Landrat Torsten Uhe zu 100 Tagen im Amt.
Foto:
Selbst hat er nicht gezählt, aber ein Anrufer gratulierte Landrat Torsten Uhe zu 100 Tagen im Amt.

Torsten Uhe spricht nüber Terminfülle, Kyritzer Säfte und den schönen Momenten in seinem Amt

von
08. November 2014, 12:00 Uhr

Heute ist er 100 Tage im Amt – Landrat Torsten Uhe (parteilos). Dieses bei Politikern magische Datum nimmt Redakteur Hanno Taufenbach zum Anlass, um mit ihm über seine neue Arbeit zu plaudern. Im Gespräch geht es nicht um die schweren politischen Themen. Torsten Uhe gewährt Einblick in seinen Alltag und wie der Job des Landrats diesen verändert hat.

Heute sind Sie exakt 100 Tage im Amt. Haben Sie mitgezählt?

Torsten Uhe: Nein, aber ich hatte am Mittwoch einen Anruf. Jemand wollte mir zu diesem Anlass gratulieren. Dann habe ich nachgerechnet. Der Glückwunsch kam ein bisschen zu früh, aber ich habe mich sehr darüber gefreut.

Sind Sie an Ihrem ersten Arbeitstag automatisch nach rechts in ihr altes Büro abgebogen oder gingen Sie nach links in Ihr neues?

Der alte Weg war vorprogrammiert. Nach zwölf Jahren in dem Büro ist das kaum verwunderlich.

Gab es in den ersten Tagen einen Anrufer, der Sie versehentlich mit dem Namen Ihres Vorgängers Hans Lange ansprach?

Nein, den gab es nicht. Aber Post oder Mails sind manchmal noch an ihn adressiert.

Was war der bisher schönste Moment Ihrer Dienstzeit?

Da gab es einige, wie die Begegnungen mit Menschen, die sich für den Landkreis einsetzen, ihn weiter voranbringen wollen. Davon gibt es viele Menschen. Das gibt mir selbst Zuversicht.

Mussten Sie schon eine unangenehme Entscheidung fällen?

Ja, auch das gehört zu den Aufgaben eines Leiters.

Was ist die größte Veränderung in Ihrem Arbeitsalltag im Vergleich zu Ihrer vorherigen Tätigkeit als Geschäftsbereichsleiter?

Die zeitliche Inanspruchnahme. Es gibt eine Vielzahl von Terminen am Abend und an den Wochenenden, man wird noch mehr in Anspruch genommen. Aber es macht mir Spaß und ich habe den Drang, viel zu erreichen, meine Wahlziele umzusetzen, das Vertrauen der Wähler zu rechtfertigen.

Können Sie bei so vielen Wünschen auch mal Nein sagen?

Natürlich. Das beginnt schon bei Terminen und Einladungen, die sich zeitlich überschneiden.

Sind Sie ein Typ, der die Arbeit abends mit nach Hause nimmt, oder eher jemand, bei dem die Bürotür ins Schloss fällt und dann wird gedanklich abgeschaltet?

Ich versuche Ersteres, aber das gelingt mir selten. Meine Familie unterstützt mich dabei.

Wie nutzen Sie die weniger gewordene Freizeit?

Wohl überlegt, zum Beispiel für meine Hobbys wie angeln oder, um meine Freundschaften zu pflegen.

Im Wahlkampf hatten Sie eine eigene Homepage und eine Facebookseite eröffnet. Wie sieht es damit heute aus?

Die Homepage war nur für den Wahlkampf gedacht. Sie hat jetzt ein Standbild und einen Verweis auf die Homepage unseres Landkreises. Dort können Bürger unter Aktuelles etwas über meine Arbeit erfahren und auch Auszüge aus meinem Terminkalender lesen.

Facebook ist eine private Sache. Ab und an poste ich dort etwas wie zuletzt meinen Besuch auf dem Ostrock-Konzert in Schwerin.

Bei der neuen Terminfülle müssen Sie noch häufiger korrekt gekleidet sein. Haben Sie Ihren Bestand an Oberhemden aufgefüllt?

Nein, das war nicht nötig.

Ihr Vorgänger servierte seinen Gesprächsgästen gern schmackhaften Pfefferminztee aus dem eigenen Garten. Kann ich das bei Ihnen auch bekommen?

Dafür müsste ich meine Minze im Garten noch besser pflegen. Ich kann Ihnen Kaffee, Tee und Kaltgetränke aus der Region anbieten. Die bekommen wir jetzt neuerdings aus Kyritz.

Sie sind für acht Jahre als Landrat gewählt. Haben Sie Sorge, dass es den Landkreis dann gar nicht mehr in seiner jetzigen Form geben könnte?

Für acht Jahre, das stimmt. Ihre Frage zielt aber auf die Kreisgebietsreform und darüber haben Sie nach unserem jüngsten Interview schon berichtet. Ich wiederhole mich aber gern: Wir gehen als Kreis selbstbewusst in diese Auseinandersetzung.

Ich baue auf den Koalitionsvertrag, dass erst über ein Leitbild diskutiert, die Aufgaben zwischen Land und Kreis verteilt werden und erst am Ende über einen möglichen Zuschnitt der Kreise entschieden wird.

Im Volksmund heißt es: Neue Besen kehren gut. Haben Sie in der Verwaltung schon den Besen geschwungen?

Ich setze neue Schwerpunkte, andere Akzente, wie zum Beispiel den Austausch zwischen den beiden Wirtschaftsräumen im Landkreis und eine intensiverer Zusammenarbeit mit den Kommunen. Es gab aber auch verschiedene kleine Veränderungen, auch personeller Art.

Sie haben keinen Stellvertreter, aber die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Wie viele Bewerber gibt es?

Ich habe eine Vielzahl von Bewerbungen erhalten.

Wann werden Sie den Namen Ihres Favoriten öffentlich benennen?

Die Kreistagsmitglieder können ab kommendem Montag Einsicht in die Bewerbungen nehmen. Auf dem Kreistag am 4. Dezember werde ich meinen Kandidaten öffentlich benennen und zur Wahl stellen. Herr Landrat,
Danke für das Gespräch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen