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Der Prignitzer

18. November 2017 | 17:14 Uhr

„Der Stänker“ von Perleberg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hörturm e. V. inszeniert Stück von Carl Sternheim als Hommage an den 775. Stadtgeburtstag / Premiere am 19. Oktober

von
erstellt am 21.Aug.2014 | 09:07 Uhr

775 Jahre Perleberg – was passt da besser, als dem Stadtgeburtstag auch ein Theaterstück zu widmen, sagte sich der Hörturm e. V. Zumal ein solches gar nicht erst geschrieben werden muss. Kein geringerer als der bis heute gespielte Dramaturg Carl Sternheim ersann eine Komödie, die er „Perleberg – Der Stänker“ nannte. „Der Inhalt – Neid, Liebe, Hass, Eifersucht, Tod – all das ist heute noch so aktuell, wie zur Uraufführung am 9. September 1917 im Schauspielhaus Frankfurt am Main. Und die Dialoge sind einfach gut, klug und witzig“, so Ulrich Teschner, der für die Aufführung in Perleberg die Regie übernommen hat.

Ob Sternheim das Prignitzer Städtchen kannte und auch meinte, als er die Komödie schrieb, das sei nicht verbrieft. „Es hätte aber sein können“, fügt Ulrich Teschner an, der an der Theaterhochschule Leipzig einst Schauspiel und Regie studierte.

Ein kleines, etwas verträumtes Städtchen will den Tourismus für sich entdecken. Passt, denn auch Perleberg verfolgt seit Jahren dieses Ansinnen. Auf der Bühne wird so das Hotel im Luftkurort zum Kurhotel Step(e)nitztal. Da man weder Gletscher noch dergleichen bergige Attraktionen aufweisen kann, werden Elbe und Stepenitz, Natur pur, zu den Werbeträgern. „Wir haben das Stück einfach unseren Gegebenheiten angepasst. So wird nicht in die Berge gewandert, sondern nach Perlhof und in die Lübzower Schweiz“, ergänzt Burghard Genth, der in die Rolle des Gastwirtes Fritz Frisecke, ein Ekel, wie es im Buche steht, schlüpft.

Im Juni vergangenen Jahres machte sich Ulrich Teschner auf die Suche nach einem Schauspielerteam. „Ich schaute einfach in die Zeitung, wo wer Theater bei uns spielt. Und wurde fündig.“ Übrigens, die jüngsten Nachwuchsschauspieler sind zwischen acht und zehn Jahre alt, der älteste Akteur ist mit seinen 75 Lenzen Ulrich Teschner. Selbst Mitglied der Sprechergruppe des Hörturmprojektes „Kleine Dott“, konnte der Senior der Truppe hier auch „schöpfen“. So sind Steffi Blank, in der Rolle von Frau Bolke, und Bernd Motzkus, der für Musik, Ton, Effekte und Licht den Hut auf hat, auch im „Stänker“ mit von der Partie.

Anfang des Jahres wurde es ernst. „Wir trafen uns jeden Mittwoch im ,Effi’ zu den Leseproben“, so der Regisseur. Seit einigen Wochen ist derweil die Kulturscheune in Groß Gottschow mittwochs für drei Stunden ihr Probenraum. „Während des Zeltlagers am Rudower See waren Proben im Freizeitzentrum nicht möglich. So habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut“, erklärt Ulrich Teschner, der seit sechs Jahren in Krampfer zu Hause ist, den Umzug. Hier kann das Bühnenbild, das Hennig Hinrichs zimmerte, stehen bleiben, könne man richtig die Szenen proben. Als Dankeschön wolle man die Groß Gottschower am 12. Oktober zur Generalprobe einladen. Die Premiere vom „Stänker“ findet dann am 19. Oktober nachmittags im „Deutschen Kaiser“ statt. Der Anlass, um vor allem auch den Sponsoren und Unterstützern zu zeigen, worin sie investiert haben. Denn finanzielle Hilfe gab es für dieses Hörturm-Projekt vom Bürgerverein, der PVU, Becker Umweltdienste und 500 Euro steuerte die Sparkasse Prignitz dazu.


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