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Filmdreh in Wittenberge : Der Singer-Marke auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Weißrussisches Fernsehteam dreht in Wittenberge, filmt im Stadtmuseum, im Uhrenturm und im OSZ

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 22:00 Uhr

Was ist aus Singer, was ist aus Veritas geworden? Was ist von diesen bekannten Markennamen geblieben – beispielsweise hier in Wittenberge, wo der amerikanische Konzern zu Beginn der 20. Jahrhunderts seine Nähmaschinenfabrik errichtete? Das Team des belorussischen Fernsehsenders Belarus24 tvr dreht darüber eine Fernsehsendung. Sie ist Teil einer breit angelegten Reihe. „Wir spüren Markennamen nach, wollen wissen, was aus ihnen geworden ist. Es gehe nicht um technische Artikel, sondern beispielsweise auch um Heimelektronik, Textilien oder Uhren“, erklärt Redakteurin Kseniya Rabchinskaya. Auch böhmisches Kristall spiele eine Rolle, ebenso wie Möbel aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Sendereihe trägt den Titel „Das Schicksal der Giganten“. Zugeschnitten seien die Beiträge vor allem auf das etwas ältere Publikum, das sich noch aus Zeiten der Sowjetunion an verschiedene Marken erinnern könnte. „Bei Ihnen würde man wohl sagen, auch Ostalgie spielt eine Rolle“, verdeutlicht die junge Frau das Herangehen.

Warum aber gerade Singer und Veritas?

Singer hat nicht nur in Wittenberge eine Nähmaschinenfabrik gebaut, sondern 1902 auch im russischen Podolsk, 40 Kilometer südlich von Moskau, ein Werk errichtet. Singer war bekannt in der Sowjetunion. „Der Name ist noch heute bei uns in Belarus ein Begriff. Auch Veritas kennt man.“ Kurioserweise, so erzählt Kseniya Rabchinskaya dann noch, „denken die meisten Leute bei uns, das Singer ein deutscher Name ist“.

Mit von der Partie ist bei dem Dreh in Wittenberge Lothar Wuttke. Der heutige Berliner hat im Nähmaschinenwerk gearbeitet und leitet heute den Veritasklub, der sich nach eigenem Selbstverständnis als derjenige versteht, „der das Erbe des ehrwürdigen Nähmaschinenwerkes (Singer und Veritas) bewahrt und sich kritisch mit ihm auseinander setzt“. „Uns interessieren nicht so sehr die technischen Details zu einer Marke, sondern die Menschen, die Zeitzeugen “, sagt die Redakteurin. Mit Lothar Wuttke habe man so einen Zeugen getroffen, der sehr viel zu Singer und Veritas sagen könne. Wuttke kann beispielsweise aus dem ff einen Vergleich zwischen den Nähmaschinenwerken in Wittenberge und Podolsk anstellen. Während hier bis zu 430 000 Nähmaschinen im Jahr das Werk verließen, sagt er, seien es in Podolsk pro Jahr weit über eine Million gewesen.

Das Team, zu dem auch Regisseurin Mariya Zhukova und Kameramann Vitaly Seliavko gehörten, drehte im ehemaligen repräsentativen Verwaltungsgebäude der Nähmaschine, in dem heute die Verwaltung des Oberstufenzentrums ihren Sitz hat. Es ging in den Uhrenturm und in das Stadtmuseum, wo dem Nähmaschinenwerk eine umfangreicher Ausstellungskomplex gewidmet ist. Sachkundige Gesprächspartnerin in Bezug darauf die Museumschefin Birka Stövesandt. Sie konnte auch auf die Nähmaschinenausstellung im Uhrenturm verweisen. Relikte aus der Vergangenheit. In Wittenberge werden seit 25 Jahren keine Maschinen mehr produziert.

 

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