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Start in die Pilgersaison : Der Rundweg ist das Ziel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Laufen auf dem Annenpfad: Jedes Jahr finden sich Gründonnerstag in Bölzke unzählige Pilger ein / Windkraftanlagen könnten Idyll bedrohen

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erstellt am 20.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken: Diesen Pilgerpfad gibt es schon ewig. Wie selbstverständlich finden sich alljährlich am Gründonnerstag Dutzende Frauen und Männer jeden Alters in Bölzke (Stadt Pritzwalk) an der Kirche ein, nehmen von hier aus Kurs auf Heiligengrabe und Alt Krüssow. Der Annenpfad ist allerdings noch jung: Erst 2011 wurde er eingeweiht.

Vorgestern traf man sich hier wieder zum Anpilgern. Dass hier bereits vor hunderten Jahren gepilgert wurde, sei indes sehr wahrscheinlich, wie Susanne Gloger, Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt der Bölzker Kirche e. V., verdeutlicht. Schließlich waren sowohl Alt Krüssow als auch Heiligengrabe mit ihren Kirchen früher bekannte Wallfahrtsorte. Bölzke mogelte sich in der Gegenwart ein wenig dazu, wenn man so will. Mit der Restaurierung und Wiederbelebung der Bölzker Kirche, auch als kulturelles Zentrum, konnte man allerdings einen 22 Kilometer langen Rundweg mit drei attraktiven Anknüpfungspunkten schaffen, der offenkundig gut angenommen wird. Jean Boué aus Bölzke zum Beispiel beobachtet häufig Pilger, die hier unterwegs sind. Susanne Gloger weiß, dass hier wirklich in jeder Jahreszeit gepilgert wird und dass es vielfach auch junge Menschen sind, die diesen Weg gehen. Einer der jüngeren Pilger, die Donnerstag dabei waren, ist Bastian Korte. Er war mit der ganzen Familie aus Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) angereist. Seine Mutter Heike Korte stammt aus der Prignitz. Die Gruppe ist über Ostern zu Besuch beim Prignitzer Teil der Familie – und nutzte die Gelegenheit des Annenpfad-Pilgerns, „nicht zum ersten Mal“, wie Heike Korte bemerkte.

In das Annenpfad-Idyll mischen sich unterdessen Transparente der Bürgerinitiative Hohe Heide und sorgenvolle Mienen. Am Anmelde-Tisch mahnende Worte: „Erhaltet den Annenpfad“. Warum? Fariba Nilchian aus Bölzke, Aktive in der Interessengemeinschaft Hohe Heide, erklärt: „Wenn wir uns nicht wehren und die regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel ihre Windkraftvisionen durchzieht, dann stehen künftig am Start des Annenpfades, hier in Bölzke, 200 Meter hohe Windräder.“ Das Naturerlebnis, das der Pfad biete und das so viele anziehe, sei dahin, wenn auf einer Fläche von insgesamt 15 000 Quadratmetern der Wald abgeholzt werde. Allein 7000 Quadratmeter im Gebiet Hohe Heide müssten dauerhaft frei von Bewuchs gehalten werden als Zufahrten zu den Anlagen. „Die Hohe Heide wäre dann mit einem Industriegebiet zu vergleichen“, so Nilchian. Die Bürgerinitiative macht seit Langem auf diese Pläne und auf die Schwierigkeiten, die möglicherweise auf die Region zukommen, aufmerksam, nutzt dafür solche publikumsträchtigen Tage, wie den Gründonnerstag. Pläne hat man im Übrigen auch für den Pilgerweg. Es gibt Überlegungen, ihn zu verlängern, in andere Wege einzubinden. „Mein bzw. unser Traum wäre ja eine Verlängerung bis nach Lübeck“, so Susanne Gloger. Ob es ein Traum bleibt? Man wird sehen.

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