Der richtige Griff in der Pflege

PfiFf – Krankenhaus bietet Angehörigen Kurse mit Tipps für die häusliche Pflege an

svz.de von
08. Mai 2017, 17:00 Uhr

Betroffene kennen das Gefühl: Angehörige sind dauerhaft pflegebedürftig. Sie wollen helfen, aber sind unsicher, wissen nicht, welcher Handgriff der richtige ist. An diesem Punkt setzt das Kreiskrankenhaus mit seinem Angebot „PfiFf – Pflege in Familien fördern“ an.

Die Erstinformation kommt von Ärzten oder Schwestern, wenn sich abzeichnet, dass Patienten nach ihrer Entlassung Pflege benötigen. „Wir sprechen die Angehörigen direkt an, laden sie zu einem Pflegekurs ein“, sagt Isabel Raab, die zusammen mit ihrer Kollegin Kathleen Subat die Ausbildung übernimmt.

In den achtstündigen Kursen bekommen die Teilnehmer kompaktes Wissen vermittelt. „Es geht um Handgriffe, Lagerung, Tipps zur Körperpflege“, sagt Isabel Raab. „Wir bleiben nicht theoretisch, sondern üben auch am Krankenbett“, ergänzt Kathleen Subat. Rollenspiele in denen Teilnehmer den Kranken spielen, gehören dazu. Das sei wichtig, damit sie selbst spüren, was gelernte Fachgriffe bewirken.

Ängste und Scheu werden abgebaut. Das Gespräch mit anderen Teilnehmern fördert den Erfahrungsaustausch. Schließlich geht es auch darum, die eigenen Kräfte und den eigenen Körper zu schonen, Stichwort rückenschonendes Arbeiten. Informationen über Demenz, Vorsorgevollmacht und Pflegestützpunkte in der Prignitz runden den Kurs ab.

Die Kosten trage die AOK. „Teilnehmen können aber alle Interessierten, unabhängig von ihrer Krankenkasse“, sagt Isabel Raab. Natürlich reiche die Zeit nicht aus, um wirklich alles Notwendige tiefgründig zu vermitteln und ausreichend zu üben. Deshalb ergänzen Pflegeangebote in der Häuslichkeit den Kurs. „Bis maximal sechs Hausbesuche sind möglich“, so Kathleen Subat.

Sie bieten Gelegenheit, das Erlernte zu festigen und was oft noch viel wichtiger ist: „Wir haben einen ganz anderen Blick und erkennen sehr schnell, was in der Wohnung oder im Haus verändert werden muss, um potenzielle Gefahren zu beseitigen“, sagt Isabel Raab. Manchmal müsse nur ein Tisch woanders stehen oder eine Teppichkante beseitigt werden.

Zugleich bieten Hausbesuche eine Gelegenheit, offen über die Grenzen der privaten Hilfe zu sprechen. Dass diese ihre Grenzen hat, sei unstrittig. Je nach Art und Intensivität der Pflege kann eine Unterstützung durch ambulante Pflegedienste hilfreich sein. Aber auch Tagespflege und ein Pflegeheim sind Optionen, über die gesprochen werden muss.  

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