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Der Prignitzer

21. November 2017 | 00:19 Uhr

Der Reiz eines Taschentuchs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Frauen des Heimatvereins Groß Pankow besuchten das Schloss Wolfshagen, wo Textilien des Prignitzer Adels ausgestellt sind

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2017 | 10:25 Uhr

„Ich bin ein Sammler“, sagte Bernhard von Barsewisch vom Förderverein des Schlosses kürzlich bei der Vorstellung seiner Textilsammlung. Eingeladen hatte er den Groß Pankower Heimatverein. Acht Frauen waren dieser Einladung gefolgt, und sie haben diesen Ausflug ins Schloss nicht bereut.

In der ersten Etage gab von Barsewisch eine kurze Einführung. Schon von den Bildern, die der Schlossherr dazu zeigte, waren die Frauen begeistert. Feine Handarbeiten, Stickereien an Taschentüchern und Servietten waren da zu sehen. Viele Erbstücke aus den beiden früher in Wolfshagen und Groß Pankow ansässigen Adelsfamilien Gans zu Putlitz und von Barsewisch mit ihren reichen und kreativen Verzierungen gaben ebenso einen Einblick in die damalige Mode. „Dieses Taschentuch war 100 Jahre alt, als ich erbte“, kommentierte Bernhard von Barsewisch ein Foto. „Das war vor 60 Jahren“, fügte er schnell hinzu und unterstrich so das Alter dieses Utensils. Ja, damals hatte man noch Zeit für Handarbeiten. Es gab keinen Fernseher und keinen Computer und so verbrachte man die Abende mit Handarbeit.

Viele Dinge hat von Barsewisch gesammelt, ohne dass sie einen Zweck erfüllten, außer dass es Erinnerungsstücke an die Vorfahren sind. Doch mit der Gestaltung des Schlosses zu einem Museum fanden die Stücke den Weg an die Öffentlichkeit. „Schon meine Großmutter hatte viel aufgehoben“, berichtete Bernhard von Barsewisch.

Die Frauen des Heimatvereins waren sehr angetan, als sie die Bänder, Tücher, Aussteuerstücke und vieles mehr dann im Original betrachten konnten. „Die Tücher kann man heute noch tragen“, meinte eine Besucherin, als sie die farbenfrohen Stücke sah. Ausgestellt war auch die Taufhaube der Familie von Barsewisch, mit der seit 1737 die Kinder der Familie getauft wurden. Wunderschön präsentierte sich in einer Glasvitrine das Schwanenflaumcape. Den Frauen hat es sehr gefallen, und bevor Bernhard von Barsewisch sie an die Kaffeetafel bat, meinte er: „Greifen sie sich ihre Töchter und Enkeltöchter und bringen sie sie auch hierher, um sich diese schöne Sammlung anzusehen. Zu empfehlen ist ein Schlossbesuch in Wolfshagen auf alle Fälle, da waren sich die Frauen vom Heimatverein einig.

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