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Wittenberge : „Der Raum blüht wirklich auf“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Potsdamer Studenten beleben auch nächstes Wochenende die Innenstadt

Ein Hauch von Kietz-Atmosphäre weht über den Bismarckplatz, es ist lauschig warm, man sitzt auf alten Sofas an kleinen Tischen, über die Leinwand flimmert der Film „Wittenberge damals und heute“ von Wolfgang Rawolle. Und man kommt schnell miteinander ins Gespräch. Ungefähr 40 Besucher zählte das sogenannte „Stadtwohnzimmer“ beim Filmabend am Samstag. Sie waren der Einladung der Potsdamer Kulturarbeit-Studenten gefolgt, die mit ihrer Belebungsaktion namens „Raumblühen“ vom Safari-Laden aus Impulse für die Stadt geben wollen (wir berichteten). Manche Passanten, die bei dem regen Treiben hängen blieben, fanden sogar nur noch einen Stehplatz.

„Die Resonanz ist unglaublich gut, wir sind gerührt, aber auch erleichtert. Der Raum blüht wirklich langsam auf“, sagt Student Louis Mauff. Die Leute brächten Bücher und Kleider zur Tauschbörse vorbei. Im Safari-Laden fehlte am Donnerstag noch viel an Equipment für die nächsten Wochenenden. „Jemand brachte dann Tassen, eine Passantin kaufte spontan Zucker für uns, und besonders Edison und Niko, zwei Geflüchtete, halfen uns beim Bauen von Regalen, Tischen, Kleiderständern und Aufhängungen für die Kinoleinwand“, so Louis. Nun, da es sich rumgesprochen hat, würden ständig E-Mails eintrudeln, die Wittenberger kommen mit kreativen Ideen und bieten ihre Hilfe an.

Marcel Elverich, der als Bindeglied zwischen Projektteam und Stadt fungiert, freut sich über den belebten Bismarckplatz an diesem frühsommerlichen Abend. „Es wird dann aber an den Akteuren hier vor Ort liegen, die Ideen aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Manche Wittenberger haben mich schon begeistert gefragt, ob das jetzt den ganzen Sommer über jedes Wochenende hier passiert“, so Elverich. Die Studenten scheinen einen Nerv zu treffen. Leider wird der Samstag, 4. Juni, der letzte Tag sein. Der Abschluss soll es aber noch mal in sich haben. Bereits jetzt habe sich die Brassband des Curie-Gymnasiums für die Finissage angekündigt, war vom Projektteam zu erfahren.

Nur für wenige Tage ist jetzt Ruhe eingekehrt. Ab Donnerstag sind die Potsdamer Studenten wieder im Laden anzutreffen. Im Schlepptau haben sie eine Schar von Künstlern. Knapp 20 Leute sollen vor Ort sein und für buntes Treiben sorgen. Die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (Linke) wird zudem am Donnerstag ab 10 Uhr im Safari-Laden erwartet. Und das nächste Projekt geht auch in die heiße Phase: Ein Floß soll gemeinsam gebaut werden. Hilfe bei den Schwimmkörpern habe ein Metallbauer schon angeboten. „Jetzt brauchen wir noch Holz für das Floß“, sagt Louis. Für Materialspenden kann man eine E-Mail an info@raumbluehen.de schicken.

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erstellt am 23.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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