Handgemachtes Haustier : Der Pudel aus Rainbow-Bändchen

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Oberschülerin Lisa Marie webt aus Tausenden kleinen Gummibändchen ein Zwölf-Kilo-Tier

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10. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ein lebendiges Haustier kann jeder haben, ein Königspudel, wie Lisa Marie Eichwurzel ihn hat, dürfte bundesweit einmalig sein. Die Wittenberger Oberschülerin hat sich ihren Hund – in Originalgröße – aus Rainbow-Loom-Bändern geknüpft. Wie viele der kleine Gummiringe sie für das Tier verarbeitet hat, das kann sie nicht sagen, nicht einmal schätzen. „Man kann ja mal nachrechnen“, scherzen Mitschüler an der Oberschule, die wegen des Pressetermins von Lisa Marie einige Minuten später mit dem Matheunterricht anfangen und das gar nicht so schlimm finden. Lisa absolviert an der Oberschule gerade die 10. Klasse. Die Prüfungen hat sie, bis auf mündlich in Englisch, hinter sich. Sie hat Freude am Lernen, geht ans Oberstufenzentrum, will dort ihr Abitur machen.

Nein, Lisa kann wirklich nicht sagen, wie viele der kleinen Gummibändchen, die jetzt so angesagt sind, sie für ihren Pudel verarbeitet hat. Wobei das Wort verarbeitet eigentlich nur annähernd trifft, was die Oberschülerin vollbracht hat.

Die Gummibändchen, die es in der verschiedensten Farben gibt, werden auf einer Art Webrahmen, dem Loom, mit einer Häkelnadel auf kunstvolle Weise miteinander verwoben. Es entsteht Modeschmuck, häufig weben sich junge Mädchen Armbänder.

„Ich wollte etwas Besonders machen“, sagt Lisa. Unterstützung fand sie bei den Rainbow-Bändchen-Herstellern. Die nämlich stellten ihr Material und Webrahmen zur Verfügung. Und wie kommt man an diese Firma? „Ich habe mich, unterstützt von meiner Mutter, durchs Internet geklickt.“ Schließlich hatte sie die richtige Ansprechpartnerin im Unternehmen gefunden. Das mit der Unterstützung klappte, weil so ein Riesenpudel auch ein guter Werbegag sein kann.

Lisa Marie ging ihr Projekt professionell an. „Anders geht es auch gar nicht“, sagt sie. Wie ein leibhaftiger Pudel aussieht, wusste sie aus der Nachbarschaft. Nur musste dieses Wissen dann noch in exakte Teile, also eine Art Schnittmuster, übertragen werden, und das dann auch noch für die Webrahmen – sie benötigte die unglaubliche Zahl von 80 Stück – umgesetzt werden. Für jedes Teil, egal ob Rumpf, Schulter, Pfoten, Zuge, Schnauze oder Augen, fertigte sich Lisa eine Zeichnung. „Nur so wusste ich schließlich, wie die Rainbow-Bändchen zu spannen und zu verweben waren.“ In einem dicken Heft ist Arbeitsanleitung für Arbeitsanleitung aufgezeichnet, ist jeder Schritt nachvollziehbar. „Man muss schon exakt arbeiten“, sagt Lisa Marie. Was sie wirklich geleistet hat, kann wahrscheinlich nur nachvollziehen, wer sich schon mal mit dieser Gummibänder-Webtechnik befasst hat, selbst probiert hat, wenigsten ein kleines Armband zu knüpfen. Der Rainbow-Bändchen-Pudel von Lisa Marie wiegt an die zwölf Kilo, das verdeutlicht die Dimension, in der sie gearbeitet hat. Übrigens, fast nebenbei hat sie auch noch ein kleineres Hündchen geknüpft. „Ich bin fasziniert, was Lisa sich hat einfallen lassen und wie sie ihr Vorhaben umsetzte hat“, sagt die Rektorin der Oberschule, Sigrid Neutmann. Die Schulleiterin war es auch, die meinte, das sei so interessant, „dass es in die Öffentlichkeit gehört“.

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