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Der Prignitzer

23. November 2017 | 19:41 Uhr

Der Prignitz gehen die Kleingärtner aus

vom

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 10:02 Uhr

Wittenberge | An der Verbandsspitze der Prignitzer Gartenfreunde hat es einen Wechsel gegeben. Zum 1. Vorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung am Sonnabend Jörg Swierczinski. Der bisherige Vorsitzende Rolf Kraft trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Swierczinski wird mit dem 1. Januar außerdem Geschäftsstellenleiter des Kreisverbandes. Wilhelm Zachow, der das Hauptamt noch bis Jahresende ausübt, geht in den Ruhestand, gehört dem Vorstand aber als Schatzmeister an.

Vor dem neugewählten Vorstand der organisierten Kleingärtner stehen schwierige Aufgaben: Sie müssen gemeinsam mit den 60 Kleingartenvereinen im Kreisverband Antworten darauf finden, wie mit dem akuten Mitgliederschwund und den daraus resultierenden Leerständen in den Anlagen umzugehen ist. "Hatten wir 2007 noch 3336 Mitglieder, sind es in diesem Jahr nur noch 3062", machte der Noch-Vorsitzende Kraft in seinem Rechenschaftsbericht das Problem deutlich. Die Entwicklung sei dem demografischen Wandel geschuldet. Besonders dramatisch ist der Leerstand in der Karstädter Vereinsanlage "Waldhöhe" mit 66,6 Prozent, "Am Gerstenberg" in Dallmin mit 52,1 Prozent. In Perleberg in der "Quitzower Straße" werden 43,9 Prozent aller Parzellen nicht mehr bewirtschaftet, im Wittenberger "Paul Klink"-Verein stehen 34,9 Prozent der Gärten leer. "Es bleibt also ein absoluter Schwerpunkt, sich bei den Bodeneigentümern verstärkt um Pachtbefreiungen für leere Gärten bzw. um die Rückgabe von nicht mehr genutzten Flächen an die Eigentümer zu kümmern", schlussfolgert der Vorstand.

Eine Arbeitsgruppe des Kreisverbandes mit Swierczinski an der Spitze befasst sich seit einiger Zeit mit genau diesen Problemen. Rückgaben sind schwierig, weil die ungenutzten Parzellen meist keine geschlossene Fläche bilden. Vor der Rückgabe müssen die Gärten geräumt werden. Stichwort Renaturierung. Zwar sind die Kleingärtner verpflichtet, bei Aufgabe ihre Parzelle zu räumen, geschieht das nicht, bleibt es an dem Verein bzw. dem Gartenverband hängen. Bisher wurden 52792 Euro für die Renaturierung eingesetzt. Geld, das aus einem extra dafür gebildeten Fonds des Kreisverbandes stammt. Jetzt ist der Bestand im Renaturierungsfonds aber verbraucht. "Aus eigener Kraft kann der Kreisverband das Problem nicht mehr schultern", sagt Swierczinski. Die von ihm geleitete Arbeitsgruppe empfiehlt dem Landes- und dem Bundesverband, "sich dringend über neue Finanzierungsmodelle Gedanken zu machen".

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