Mit Bahn und Fahrrad : Der Pollo war einen Ausflug wert

Selbst das Rangieren der Lok war für die viele Eisenbahnenthusiasten ein Grund, lange Fotoserien zu schießen.
Selbst das Rangieren der Lok war für die viele Eisenbahnenthusiasten ein Grund, lange Fotoserien zu schießen.

Viele Prignitzer und Eisenbahnfans nutzten die Fahrt mit dem Museumszug als Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Landpartie

svz.de von
25. Mai 2017, 21:00 Uhr

„Natürlich sind alle Fahrten ausverkauft.“ Für Christian Porst, der in Lindenberg am Bahnhof noch die letzten Restkarten für den Pollo verkaufte, war das selbstverständlich. „Seit wir 2002 wieder fahren, ist am Herrentag immer besonders viel los. Schmalspurfans kommen inzwischen von weit her.“ Und weil der Freizeiteisenbahner nur wenig zu tun hatte, konnte er ausführlich die vielen Fragen zum Pollo und seiner Historie sowie zum fast 100 Mitglieder zählenden Verein beantworten. Dabei ging es gelegentlich sehr ins Detail.

So bei der Frage, ob die Waggons früher nicht doch grau waren oder warum gerade diese Art von Fahrkarten aus Papier verkauft wird. „Auch die gab es früher schon, da achten wir als Museumseisenbahner auf Authentizität“, erklärte Christian Porst. „Und diese Art Tickets lässt sich gegenüber dem Finanzamt besser abrechnen.“ Dennoch hat der Pollo-Eisenbahner, der seit 15 Jahren am Herrentag alkoholfrei Dienst tut, Verständnis, dass gerade bei Eisenbahnfans die klassische Pappfahrkarte als Sammler- und Erinnerungsstück besonders hoch im Kurs steht.

Einige der Fahrgäste, die aus Mesendorf mit dem Pollo kamen und gleich wieder zurückfuhren, beschäftigte eine ganz andere Frage. „Wieder draußen im offenen Waggon mit der Theke fahren oder lieber doch drin und ein Heißgetränk nehmen?“

Bevor die Lokomotive aber wieder an die Zugspitze rangiert werden konnte, sehr zur Freude der viele Eisenbahnfotografen, musste noch eine Herrentagsaufgabe erledigt werden. Der Pollo führte extra einen Flachwagen für die Zweirad-Ausflügler mit, die Drahtesel mussten zunächst noch entladen werden. Zu den geduldig darauf Wartenden zählte Siegfried Puls. „Ich bin mit Freunden von Mesendorf aus mitgefahren, setzte mich jetzt auf das Fahrrad und dann geht es zurück in Richtung Groß Pankow, Mesendorf und nach Hause. Das halte ich schon seit Jahren so, es macht immer wieder Spaß.“

Entspannt blickte Philipp Sechel nach dem Rangiermanöver der Lok aus dem Führerstand. „Am Herrentag ist bei uns immer gute Stimmung und bei jedem Wetter was los. Da macht es Spaß, den Zug zu fahren.“

Viele Passagiere machen sich nach der Fahrt auf zu einem Spaziergang durch Lindenberg, vorbei an auf Freiflächen aufgebauten Modellbahnen. Ziel ist oft das Kleinbahnmuseum. „Eisenbahnfreunde und Familien, das Publikum ist heute sehr gemischt“, sagte Peter Semmler vom Pollo-Verein. „Der Besuch ist gut, das ist auch ein gutes Zeichnen für die Tage bis zum Wochenende.“

Besonders Kinder und auch Familien wollten aber nicht nur drinnen auf die vielen Museumsstücke schauen, sondern solche auch in Aktion erleben. So setzte sich am späten Vormittag die Feldbahn mit ihren beiden Waggons laut knattern und schwarze Schwaden Dieselrauch ausstoßend auf dem Freigelände des Museums immer wieder für eine Runde in Bewegung.  

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