Prignitz : Der Netzwerker

Verjüngungskur: Benjamin Wiersch sucht gemeinsam mit dem Vorstand Nachwuchs für die Wirtschaftsjunioren.
Verjüngungskur: Benjamin Wiersch sucht gemeinsam mit dem Vorstand Nachwuchs für die Wirtschaftsjunioren.

Benjamin Wiersch ist für ein Jahr Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Prignitz.

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21. November 2018, 14:20 Uhr

Mehrere Jurymitglieder auf der einen Seite, eine innovative Idee mutiger Jungunternehmer auf der anderen. So sieht grob das Konzept der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ aus, in der sich die Investoren in neue Firmen einkaufen können.

Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Prignitz wollen kommendes Jahr einen Teil dieser Idee übernehmen. „Wir planen die ,Höhle der WJ’, einen Wettbewerb für die besten Geschäftsideen von Schülerfirmen und Einzelbewerbern. Die Wirtschaftsjunioren helfen dann dabei, die Ideen umzusetzen und zu begleiten“, erklärt Benjamin Wiersch, der für ein Jahr zum Vorstandsvorsitzenden des Netzwerks gewählt worden ist (wir berichteten kurz). Hinter diesem neuen Projekt steht die Absicht, Nachwuchs für die Wirtschaftsjunioren zu gewinnen. „Bei uns kann man zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr ordentliches Mitglied sein. Wir kommen jetzt in die Phase, in der viele der 32 ordentlichen Mitglieder die 40 fast erreicht haben“, so Wiersch, der selbst 39 Jahre alt ist und zu den Gründungsmitgliedern gehört. Der demografische Wandel mache auch vor den WJ nicht Halt. Deswegen haben sie sich für 2019 ein ambitioniertes Ziel gesetzt. „Wir wollen am Ende des Jahres mindestens zehn neue, junge Mitglieder haben“, blickt Benjamin Wiersch auf seine Amtszeit voraus. Zwar könne man auch mit über 40 noch bei den WJ dabei sein, „aber eben nicht mehr im Vorstand und man kann keine Entscheidungen mehr treffen. Dann gehört man zu den Fördermitgliedern. Deswegen geht es auch darum, dass wir geschäftsfähig bleiben“, so Wiersch. Er weiß, dass es schwierig wird, Nachwuchs zu finden, gerade in der Prignitz. „Wir sind darauf angewiesen, dass Firmen junge Führungskräfte einstellen und fördern, die sich dann bei uns engagieren. Aber wir haben starke Netzwerke, auf die wir zurückgreifen können.“

Die Wirtschaftsjunioren seien kein elitärer Verein, sondern für jeden Interessierten zugänglich. Aber welchen Vorteil hat es, dort mitzuwirken? „Es ist der Austausch untereinander, neue Kontakte zu knüpfen und Synergien zu nutzen.“ Genau das war vor nunmehr sieben Jahren auch der Grund, dass sich die Wirtschaftsjunioren in der Prignitz gründeten. „Damals gab es schon junge Leute in Firmen, die aber alle eher nebeneinander her gearbeitet haben ohne sich zu kennen“, erinnert sich Benjamin Wiersch, der bei der DAK Gesundheit als Leiter für den Firmenkundenvertrieb in Brandenburg zuständig ist. Schon damals waren neben ihm Jana Ojinski, heute Mit-Geschäftsführerin der CNC-Präzisionsfertigung Ojinski in Rühstädt und Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg und der Handwerkskammer Potsdam dabei. Auch Jan Lange, Geschäftsführer der Genesis GmbH, die unter anderem die Alte Ölmühle in Wittenberge unterhält, gehört zu den Aktiven der ersten Stunde. „Wir hatten einfach andere Themen als unsere Eltern“, erzählt Benjamin Wiersch. Durch den Zusammenschluss hätte jeder das Fachwissen der anderen nutzen können. Den Anstoß gab im Jahr 2011 René Georgius, der heute noch als Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Prignitz fungiert. „Er machte uns mit dem Bundes-Verein vertraut, erklärte uns die Grundidee.“ So haben sich auch die hiesigen Jung-Unternehmer den allgemeinen Zielen verschrieben: für innovatives Unternehmertum werben, Wirtschaft erklären, bei der Berufsorientierung helfen und gesellschaftliche Verantwortung tragen. Letzteres gelingt über verschiedene Projekte im sozialen oder politischen Bereich. „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren, als Roy Hartung Vorstandsvorsitzender war, ein politisches Standing bekommen, zum Beispiel durch die Kantinengespräche, die sehr gut angenommen werden.“ Bei Amtsvorgängerin Jenny Porep stand mit den Projekten „Wirtschaftswissen im Wettbewerb“ und „Hand in Hand“ oder auch dem Turnier der Prignitzer Wirtschaft das Soziale im Vordergrund. „Kommendes Jahr werden wir mit ,Hand in Hand’ pausieren, um den Fokus stärker auf die Nachwuchsgewinnung legen zu können. Aber das Projekt wird nicht eingestellt“, betont Wiersch.

Der neue Vorstandsvorsitzende hat ein zweites Standbein, das ihm auch in diesem Ehrenamt nützen kann, wie er meint. Benjamin Wiersch ist im Nebenerwerb selbstständig mit einer Beraterfirma. „Dabei geht es um Personal-, Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung – also wie Firmen noch besser werden können, Führungskräfte ihre Potenziale noch besser nutzen können“, umreißt der Diplom-Kaufmann. Er müsse bei den Wirtschaftsjunioren auch Vermittler zwischen verschiedenen Interessen sein.

Das nächste Treffen des Netzwerks ist für den 23. Januar 2019 bei IOI Oleo in Wittenberge geplant. Interessierte können als Gastmitglieder dabei sein. Kontakt: www.facebook.com/WJPrignitz/ oder Telefon 03395/ 311780.

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