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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 01:59 Uhr

Der Knieper soll die Welt erobern

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 11:03 Uhr

Abbendorf/Lenzen/ | Zehn Prignitzer Köche präsentieren ab heute ihre kulinarischen Spezialitäten auf der Grünen Woche und werben damit gleichzeitig für die Region. Der "Prignitzer" stellt sie vor. Den Auftakt gibt heute der Landgasthof "Dörpkrog an Diek", morgen folgt das Burgrestaurant in Lenzen.

"Wir bleiben uns treu und kochen wie in den vergangenen Jahren Knieperkohl mit Lungenwurst", sagt Maika Srajer. Die 29-Jährige ist seit knapp zwei Jahren Geschäftsführerin im Abbendorfer Lokal "Dörpkrog" und Nachfolgerin ihres Vaters, dem Knieper-Urgestein Jürgen Srajer. "Er war der erste, der den Kohl bekannt gemacht hat, bekam 1995 aus Jux sogar das so genannte Knieperverdienstkreuz verliehen", erzählt seine Tochter.

Der Knieper soll um die Welt gebracht werden

Srajer ist nun zwar im Ruhestand, auf der Grünen Woche ist er heute dennoch mit dabei und unterstützt Tochter Maika und deren Freund und Koch Florian Völcher. "Seit 1992 ist er regelmäßig auf der Messe. In der Brandenburghalle kennt ihn mittlerweile fast jeder." Was außerdem nicht fehlen darf, wenn es für die Abben dorfer zur Grünen Woche geht, ist eine Markstammkohl-Pflanze. "Die zeigen wir den Leuten. So sehen sie, aus welcher Pflanze der Knieper hergestellt wird. Denn es gibt ja keinen ’Knieper’ an sich, er ist vielmehr ein Gemisch aus verschiedenen Kohlsorten."

Immer wieder Knieperkohl, wird das auf Dauer denn nicht langweilig? "Auf keinen Fall", sind sich Maika Srajer und Florian Völcher einig: "Denn erstens schmeckt er bei jedem Koch anders, zweitens gibt es unzählige Zubereitungsvarianten, und drittens ist die Nachfrage nach Knieper sehr groß", argumentiert die Chefin. Aus diesem Grund haben sich die zehn Köche im Voraus überlegt, dass jeder auch ein knieperhaltiges Gericht beisteuert. "Wir wollen die Bekanntheit des Kniepers voranbringen, ihn um die Welt bringen", wie Maika Srajer es ausdrückt.

Dem Kohl zu Ehren wird es in diesem Jahr sogar singende Köche geben: Am kommenden Donnerstag, dem 26. Januar, treffen sich die zehn in der Halle 21a, um gemeinsam das "Knieperlied" anzustimmen.

Knut Jessen serviert Blaues und Wildes

Das Burgrestaurant in Lenzen wird morgen den Kochlöffel schwingen. Chefkoch Knut Jessen vertritt zum fünften Mal in Folge die Prignitz auf der weltweit größten Agrarmesse. Sein morgiges Menü steht unter dem zweideutigen Motto "Blau und Wild". Details schaffen Klarheit: Serviert wird eine Hirschroulade mit Burgundersoße und Püree vom "blauen Schweden" - einer blauen Kartoffelsorte. Dazu gibt’s gelbes Kürbispüree und Apfel- und Karottenstreifen. Ein bunter Teller, im wahrsten Sinne des Wortes.

"Wir wollen provozieren und auffallen", erklärt der Chefkoch. "Farbenfrohes zieht die Leute an, das habe ich auf den Messebesuchen gemerkt." Dabei legt Jessen viel Wert darauf, nur rein natürliche Zutaten zu verwenden. So sind auch Farbstoffe tabu: "Bei uns gibt es nur Bioküche", sagt er. Tatsächlich ist das Restaurant biozertifiziert, 80 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel sind Bioprodukte.

An dieses Prinzip hält Knut Jessen sich auch beim Dessert: Hier serviert er den Messebesuchern dreierlei: Eine Kartoffeltorte mit Pfirsich-Basilikum-Chutney im Soßenspiegel von Vanille- und Schokolade, einen süßen Quarkkartoffelauflauf und den Klassiker - einen Kartoffelpudding mit Schoko-Balsamico-Soße. "Alles natürlich wieder mit den ’blauen Schweden’", so Jessen. Während also die Farbe Blau auf den Tellern dominiert, fehlt Grün fast gänzlich, denn Knieper wird es bei Jessen nur im Glas geben. "Auf das Knieper-Eis, das ursprünglich geplant war, müssen wir aus Lagerungsgründen leider verzichten". Wie Jessen versichert, wird es aber schon bald auf der Speisekarte zu finden sein.

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