Tourismusverband Prignitz : Der Knieper macht es nicht allein

Küchenchef Michael Wolfram verarbeitet im Hotel „ambiente“ in Bad Wilsnack vorwiegend regionale Produkte. Das Projekt will einen Schritt weiter gehen: Die Regionalität soll auch werbewirksam herausgestellt werden.
Küchenchef Michael Wolfram verarbeitet im Hotel „ambiente“ in Bad Wilsnack vorwiegend regionale Produkte. Das Projekt will einen Schritt weiter gehen: Die Regionalität soll auch werbewirksam herausgestellt werden.

Tourismusverband Prignitz will mehr regionale Erzeugnisse in Restaurant- und Hotelküchen bringen

von
09. Januar 2016, 00:42 Uhr

Regionale Produkte in regionale Gaststätten bringen und somit eine eigene kulinarische Identität schaffen, mit der man auch nach außen gut werben kann – diese Idee ist nicht neu. Sie wird seit kurzem aber vom Tourismusverband Prignitz wieder stärker in de Fokus gerückt. „Als Auftragnehmer für dieses geförderte Projekt haben wir als Verband mit Lutz Mamerow nicht nur den Kreisvorsitzenden der Dehoga gewinnen können, sondern auch einen erfahrenen Gastronomen, der sich in der Prignitz bestens auskennt. Mit seiner Unterstützung können wir praxisnah agieren, er spricht die Sprache unserer Zielgruppe“, sagt Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes.

Sowohl ihm als auch Mamerow ist klar, dass gut Ding in diesem Fall Weile haben muss. Schließlich gehe es nicht nur um die Klärung logistischer Probleme, sondern auch um eine Veränderung im Bewusstsein, damit sich die Region auch auf den Speisekarten wiederfindet. Eine weitere Hürde ist die Tatsache, dass regionale Erzeugnisse im Einkauf zumeist etwas teurer sind als Produkte, die von woanders herkommen.

Globales Ziel sei es, so Lutz Mamerow, Hoteliers und Gastronomen mit Erzeugern aus der Region zusammenzubringen. Und eine ganz wichtige Grundlage, ergänzt er, seien Recherche sowie eine möglichst komplette Übersicht dazu, was es überhaupt alles gibt. Bislang fungiere fast ausschließlich der Knieper als kulinarisches Aushängeschild für die Prignitz. Darauf soll die Region jedoch künftig nicht allein reduziert werden. Schließlich gebe es jede Menge schmackhafter Sachen von hier, angefangen beim Wild über Kartoffeln, Heidel- und Erdbeeren bis zu Honig, Cerealien oder Käse.

In der ersten Phase des Projektes, die am 11. November 2015 begann und bis zum 30. Juni läuft, soll ein Pool von Daten der Erzeuger erfasst werden, so Uwe Neumann. „Da gibt es schon eine ganze Menge, aber das ist auch ein ziemlicher Aufwand.“ Und dieser soll sich nach dem Projektende möglichst auch in ganz konkreten Dingen widerspiegeln. Das könne z. B. ein gemeinsamer kulinarischer Kalender für die Prignitz sein. „Den wollen wir schon lange – umgesetzt wird das aber bisher nur im Kleinen, in einzelnen Häusern“, so Neumann und Mamerow. Der erste Schritt sei aber, dass ganz einfach alle voneinander wissen, wen es mit welchen Erzeugnissen und Leistungen gibt. Das Ansinnen müsse zwingend auch nach Projektende fortgeführt werden, sind sich die Akteure einig, „sonst treten wir weiter auf der Stelle“, so Neumann. Finanziell unterstützt wird die erste Phase aus Landesmitteln in Höhe von 18 000 Euro. Ausgeschrieben hatte das Vorhaben der Regionale Wachstumskern Prignitz.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen