Karstädt : Der Klügere gibt nach

Mit einem Präsentkorb gratulierte Bürgermeister Udo Staeck (r.) Christa und Otto Sauer.
Mit einem Präsentkorb gratulierte Bürgermeister Udo Staeck (r.) Christa und Otto Sauer.

Christa und Otto Sauer feiern Eiserne Hochzeit, erzählen aus ihrem Leben und verraten ihr Rezept für eine glückliche Ehe

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24. April 2018, 14:20 Uhr

„Der Klügere gibt nach“, sagt Otto Sauer und lacht seine Christa an. Sie kommentiert den Spruch nicht. Das muss sie wohl nach 65 Ehejahren auch nicht. Sie wissen, was sie voneinander haben. Gestern feierte das Paar in Boberow Eiserne Hochzeit.

Der schlimmste Tag in ihrer Ehe sei der 7. Juli 1963 gewesen. „Ich war mit dem Traktor umgekippt“, erzählt Otto Sauer. Er hatte Glück und überlebte. Darüber hinaus gebe es keine schlechten Tage. Eine Ehe sei wie das Wetter. Auf Sonnenschein folgt Regen und manchmal gibt es Gewitter. Damit sei alles gesagt, meint der Jubilar.

Kennen gelernt haben sie sich auf der Straße in Deibow. „Beim Spaziergang“ erzählt Christa Sauer. Später habe es beim Tanzen gefunkt. Während ihr Mann aus dem heutigen Polen stammt, war sie in Krinitz bei Grabow aufgewachsen. Dort wurde Hochzeit gefeiert und 1956 zogen sie nach Boberow. Damals hatte das Dorf noch 417 Einwohner.

Beruflich blicken sie auf ein wechselvolles Leben zurück. „Ich war erst beim Bauern angestellt, arbeitete später als Schaffnerin, in der Forst und der LPG, zum Schluss im Kuhstall“, fasst sie zusammen. Er war kurzzeitig Abschnittsbevollmächtigter, vergleichbar mit einem heutigen Revierpolizisten. Seine Haupttätigkeit blieb aber ebenfalls die Landwirtschaft. Er wisse nicht, wie viele Traktor-Typen er in seinem Leben fuhr, aber der erste ist in Erinnerung geblieben: „Ein Lanz Bulldog mit Eisenbereifung.“

All das sei längst Vergangenheit. Sie genießen ihren Ruhestand. „Ich fahre mit 88 Jahren noch immer Rad, zwar ein Elektrorad, aber treten muss ich dennoch“, erzählt Otto Sauer. Das könne sie nicht mehr, meint seine 84-jährige Gattin. Auch die Gartenarbeit haben sie aufgegeben. „Wir fahren noch zum Einkaufen nach Karstädt, das ist gut“, sagt sie.

Am Wochenende soll es mit der Familie eine große Feier geben. Ihre vier Kinder, sechs Enkel und fünf Urenkel werden erwartet. Dass die Kinder in der Region oder zumindest in der näheren Umgebung wohnen, sei ein glücklicher Umstand. So sehe man sich häufiger, bekomme Unterstützung von der jungen Generation.

Bürgermeister Udo Staeck und seine Kollegin Beatrice v. Lentzke gratulierten gestern ebenfalls. Staeck sagte, dies sei seine erste Eiserne Hochzeit, die er als Bürgermeister erlebe.

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