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Der Prignitzer

25. November 2017 | 06:52 Uhr

Der gläserne Landkreis kommt ins Netz

vom

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2012 | 06:47 Uhr

Prignitz | Schulen, Hotels, Bahnhöfe, aber auch Bebauungspläne und Bodenwasserrichtwerte - diese Daten stehen jedem Prignitzer künftig mit einem Mausklick zur Verfügung. Die Kreisverwaltung stellt alle Informationen öffentlich und frei zugänglich ins Internet, die nicht dem Datenschutz unterstellt sind.

Das Konzept des so genannten Geoportals stellte bei der jüngsten Sitzung des kreislichen Bau- und Wirtschaftsausschusses Michael-Erich Aust von der Berliner Firma Arc-Greenlab vor. Das Unternehmen hat den Zuschlag auf die vom Landkreis initiierte Ausschreibung für die Erstellung einer Konzeption gewonnen.

Wie die aussehen könnte, wird auf dem Geoportal des Amtes Lenzen/Elbtalaue sichtbar, die seit dem 1. Februar online ist. Der Onlinebesucher kann sich unterschiedliche Bebauungs- und Erschließungspläne anzeigen lassen, sich über die Pegelstände oder über die Naturschutzgebiete informieren. Bei Interesse erhält der Besucher außerdem nützliche Informationen inklusive Ansprechpartner in der Verwaltung.

"Die Sicherheit ist das A und O"

Bei seinen Ausführungen verdeutlicht Aust die Vorteile für die Verwaltung. Abläufe werden besser strukturiert. Es erlaube außerdem einen besseren Überblick über bestimmte Informationen. Vorteile nach außen sieht er vor allem in der Servicequalität: "Bürger- und Investoreninformation sowie für den Tourismus", betonte der Diplomingenieur.

Christine Lindow, im Landkreis verantwortlich für Kataster und Geoinformation, sagte, dass die Mitarbeiter seit 2004 mit einem internen Geoportal arbeiten. 200 Mitarbeiter seien bereits involviert, es herrsche untereinander "ein reger Austausch". Um die Administration des Portals kümmern sich zwei Mitarbeiter aus dem Katasteramt. Jetzt geht es also darum, öffentlich zugängliche Geodaten ins weltweite Netz zu transferieren. Für die Umsetzung des Konzeptes hat der Landkreis EU-Mittel aus dem EFRE-Förderprogramm beantragt und bewilligt bekommen, ergänzte Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin des Landkreises. Denn Aust schätzt die Gesamtkosten auf etwa 120 000 Euro. 75 Prozent sind förderfähig. Ziel ist, dass alle Ämter und Gemeinden mit einem Geoportal im weltweiten Web vertreten sind.

Stichwort Datenschutz.: "Die Sicherheit ist das A und O", bekräftigte Aust und wies darauf hin, dass keine persönlichkeitsrechtlichen Daten veröffentlicht werden dürfen. Wie sensibel mit personenbezogenen Informationen umgegangen wird, verdeutlicht Christine Lindow : "Zum Beispiel arbeiten wir intern auch mit einer Altlastenkarte, aber diese Daten dürfen nicht veröffentlicht werden. Innerhalb der Verwaltung haben Mitarbeiter nur auf Antrag Zugang zu diesen Daten. Hat der Bürger die Möglichkeit, der Veröffentlichung von Daten zu widersprechen, beispielsweise wenn er auf seinem Gelände eine Biogasanlage errichten möchte? Edelgard Schimko weist darauf hin, dass die Standorte dieser Anlage bereits öffentlich sind. Sensible Informationen wie der Name des Betreibers, Kapazität und Leistung der Anlage sind dagegen nur den Behörden bekannt.

Frühestens 2013, eher noch 2014 wird das Geoportal online gehen.

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