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Heeresversuchsanstalt Kummersdorf : Der Geburtsort von Raketen und Raumfahrt

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Fast jeder kennt Peenemünde als Ort für die Versuche der Nationalsozialisten mit Raketen, die Wernher von Braun leitete, der morgen 100 Jahre alt geworden wäre. Doch begann die deutsche Raketen-Geschichte dort gar nicht.

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erstellt am 21.Mär.2012 | 08:50 Uhr

Kummersdorf | Fast jeder kennt Peenemünde auf Usedom als Ort für die Versuche der Nationalsozialisten mit Raketen, die Wernher von Braun leitete, der morgen 100 Jahre alt geworden wäre. Doch begann die deutsche Raketen-Geschichte dort gar nicht. Sondern auf dem einst kaiserlichen Schießplatz Kummersdorf südlich von Berlin.

Hier ist der Vorläufer von Peenemünde, hier ist der Geburtsort der militärischen Raketen und der zivilen Raumfahrt. Denn von Braun hatte schon 1932 bis 1937 bei der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf seine erste Anstellung.

Der spätere General Walter Dornberger errichtete dort für die Reichswehr ab 1930 die ersten Raketen-Versuchsstände, wie aus der Website des Museums Kummersdorf hervorgeht, das sich mit dem rund 2000 Hektar großen Sperrgelände beschäftigt. Deutschland waren im Versailler Vertrag zwar viele Waffen verboten, aber keine Raketen.

Mitten im Kiefernwald auf dem Sandboden zwischen den Schießbahnen, etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, baute Dornberger Messanlagen und Versuchsstände aus Beton, die noch heute erhalten sind.

Der junge Ingenieur von Braun, Sohn des Gutsbesitzers und früheren Reichs-Ernährungsministers Magnus Freiherr von Braun, war angesteckt vom "Raketenfimmel" der 20er Jahre, als sogar Opel ein Raketenauto baute, das auf der Berliner Avus 1928 schon über 200 Stundenkilometer erreichte.

Wegen seiner Mitarbeit beim privaten "Verein für Raumschiffahrt" kam von Braun im Sommer 1932 erstmals nach Kummersdorf: "Was wir auf dem einsamen Platz fanden, erregte unseren Neid und unsere Bewunderung zugleich. Wir fanden einen vollendeten Prüfstand für die Brennkammern von Flüssigkeitsraketen vor, mit Betonmauern umgeben und mit einem Schiebedach versehen", schrieb er.

Wenige Monate später wurde von Braun am 1. Oktober 1932, mit gerade einmal 20 Jahren, ziviler Mitarbeiter des Heereswaffenamtes in Kummersdorf. Ein Jahr später kam der neue Diktator Adolf Hitler erstmals zu Besuch. 1934 schrieb von Braun seine Doktorarbeit über die Versuche in Kummersdorf. Von der Insel Borkum aus startete er Ende 1934 zwei Raketen erfolgreich.

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