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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:35 Uhr

Der fragile Aufschwung

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2007 | 08:56 Uhr

So erfreulich die neuen Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Brandenburg sind, so gefährlich wäre es, hinter ihnen den Durchbruch zu einer sich selbst tragenden Entwicklung zu sehen. Etwas versteckt in dem Jahresbericht von Minister Ulrich Junghanns steht eine Zahl, die nach wie vor aufhorchen lassen muss. Von den etwa 58 Milliarden Euro, die 2004 in Brandenburg ausgegeben wurden, wurden ungefähr zehn Milliarden im Land selbst nicht erwirtschaftet. An diesem gewaltigen Anteil der Transferzahlen hat sich seitdem nichts entscheidend geändert. Tatsächlich gelingt es jetzt in einigen Gegenden des Landes und in wenigen, allerdings zukunftsträchtigen und exportorientierten Branchen, herauszukommen aus der Talsohle. Tatsächlich wird aber gleichzeitig auch der Abstand zwischen den Regionen des Landes größer und die Binnenkonjunktur lahmt immer noch in erschreckendem Ausmaß. Der Aufschwung ist äußerst zerbrechlich und zu einem guten Teil auch abhängig von Faktoren außerhalb des Landes. Tatsächlich sind die Möglichkeiten bei der hiesigen Wirtschaftspolitik begrenzt. Dies kann aber andererseits nicht dazu führen, dass in Potsdam vor allem auf Stimmungsmache vertraut wird. Wenn die bescheidenen Erfolge dazu führen sollten, dass die Warnsignale aus Kreisen abseits von Berlin ignoriert werden, wäre dies ein zu hoher Preis für das Erfolgsgefühl, das das Land so nötig hat. Es wäre eine folgenschwere Selbsttäuschung.

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