Löschwasserproblem in Hoppenrade : Der Feuerwehr fehlt Wasser

Idyllisch, aber für eine Löschwasserentnahme kaum geeignet: der Schwanenteich in Hoppenrade.
Idyllisch, aber für eine Löschwasserentnahme kaum geeignet: der Schwanenteich in Hoppenrade.

Kameraden beurteilen die Löschwasserversorgung in Hoppenrade kritisch. Hydranten in den Ortsteilen sind zu schwach

svz.de von
27. September 2017, 05:00 Uhr

Das Hinauszögern von Sanierungsmaßnahmen hat seinen Preis: Die Versorgung mit Löschwasser in Hoppenrade könnte kritisch werden. Grund ist die zunehmende Verlandung des Schwanenteiches. Schon seit Jahren wird über die Sanierung des Gewässers diskutiert, doch nichts passiert. Der Wasser- und Bodenverband Prignitz wartet auf Fördergelder. Und das Renaturierungsprogramm für den Cederbach ist ins Stocken geraten. Gewinner ist die Natur. Sie holt sich den Schwanenteich wieder zurück. So formulierte zusammengefasst der Ortsbeirat die Situation.

Die Mitglieder hatten sich speziell unter dem Aspekt Brandschutz mit dem Teich befasst, der im Teil des denkmalgeschützten Landschaftsparkes liegt. Diente der Cederbach viele Jahre mit seiner Stauhaltung auch als Löschwasserspeicher, ist dies nicht mehr gegeben, meinte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Danny Grübnau. Auch der sogenannte Zoll am Hoppenrader Sportplatz sei mittlerweile ausgetrocknet. Zwar gebe es Hydranten, die Leitungen seien aber zu schwach, um eine effektive Löschwasserversorgung im Ernstfall sicher zu stellen, mahnte Grübnau.

In Garz sehe es kaum besser aus, hieß es von Seiten der Feuerwehr. Der Teich in der Ortslage ist trotz einer Sanierung als Löschwasserentnahmestelle nicht mehr geeignet. Die Hydranten in der Ortslage seien ebenfalls zu schwach, hieß es von Seiten der Feuerwehr.

Ortsvorsteher Ulrich Schulz will mit Unterstützung der Einwohner Protest organisieren. Er fordert eine Sanierung des Schwanenteiches und die Sicherstellung der Löschwasserversorgung. „Es geht hier nicht mehr darum, dass der Teich ein Modderloch geworden ist, es geht um die Sicherheit der Bürger“, sagt Schulz.

In der Region würden so viele Windkraftanlagen gebaut, würden die Investoren Geld in den Flächenpool des Landes Brandenburg einzahlen, aber hier komme kein Geld an.

Am 11. November soll es eine erste Zusammenkunft der Hoppenrader und Garzer Einwohner am Schwanenteich geben. Hans Meier vom Ortsbeirat bezeichnet das Problem als hausgemacht. Gab es früher am Schwanenteich ein bedienbares Wehr, über das Sedimente hin und wieder aus dem Teich herausgeschwemmt werden konnten, wurde bei der Sanierung der Brücke 1999 eine Betonplatte zur Stauhaltung eingesetzt. Das führe zur Verlandung. „Die Löschwasserversorgung in Hoppenrade ist zumindest für einen Erstangriff im Brandfall ausreichend“, sagt Detlef Brenning von der Plattenburger Gemeindeverwaltung zu den Problemen. Allerdings räumt Brenning nach Abstimmung mit Grübnau ein, dass es schwierig werden könnte, eine Löschwasserversorgung über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Für den Fall, dass die Einwohner in diesem Zusammenhang einen Protest organisieren, wäre er, so Brenning, an deren Seite.  

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