Hochwasserschutz : Der Elbe den Weg versperren

So dramatisch stellte sich die Situation 2013 dar.
So dramatisch stellte sich die Situation 2013 dar.

Abwassereigenbetrieb investiert rund eine halbe Million Euro und schützt damit Altstadt vor Überflutung

23-11368044_23-66107913_1416392308.JPG von
12. August 2015, 08:00 Uhr

Rund eine halbe Million Euro kostet es, der Elbe bei Hochwasser den Weg über die Regenwasserleitung in die Altstadt zu versperren. Der städtische Eigenbetrieb Abwasser kann das Geld jetzt investieren. Die Fördereuro stehen zur Verfügung. „Wir müssen die Anlage von Grund auf sanieren, um die Altstadt für nächste Hochwasser von dieser Seite aus sicher zu machen“, sagt Bereichsingenieur Bernd Insel.

Gestern begann das Bauen auf dem Hof des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Dort befindet sich das sogenannte Auslaufbauwerk, über das das in der Altstadt zusammenlaufende Regenwasser in die Elbe geleitet wird.

Insel erklärt zum besseren Verständnis, dass es sich um eine Art tiefes Kellergewölbe handelt. Dort mündet das mit einem Durchmesser von 1200 Millimetern große Sammelrohr. Aus dem sogenannten Kellergewölbe führen zwei Rohre – beide mit je 800 Millimeter im Durchmesser – bis an die Hafenspundwand. Über sie läuft bei normalem Pegel das Oberflächenwasser in die Elbe.

„Als 2013 das Hochwasser kam, haben wir die Schieber an den beiden Ablaufrohren und die Klappe im Auslaufbauwerk gesichert, damit die Elbe über die Rohrleitungen nicht in die Altstadt flutet“, sagt Insel. Der Druck war aber so riesig, dass sich das Wasser einen Weg durch das Mauerwerk gebannt hat. „Nur mit sehr großen Anstrengungen ist es uns gelungen, das Ablaufbauwerk zu sichern“, erinnert sich der Bereichsingenieur.

Jetzt wird ein neues Auslaufbauwerk errichtet. Die Abmaße sind bereits auf dem Pflaster unweit des alten markiert. Die Perleberger Tiefbau GmbH hat den Auftrag übernommen. Anders als das alte unterirdische Gewölbe wird das neue aus Stahlbeton entstehen. Dort wird künftig das Sammelrohr münden, das auch noch einen neuen Innenmantel aus glasfaserverstärktem Kunststoff erhält. Der Zu- und Ablauf vom neuen Auslaufbauwerk werden mit je einem Absperrschieber ausgestattet. So wird eine doppelte Hochwassersicherheit erreicht.

Aber auch das alte Bauwerk wird nicht überflüssig. In jenem werden das große Sammelrohr und die beiden Abflussrohre, die ebenfalls ein neues Kunststoffinnenleben erhalten, zusammengeführt. „Am besten könnte man sich das in Form eines Y vorstellen“, meint Insel. Die Erneuerung der Anlage wird in etwa vier Monate in Anspruch nehmen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen