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Eichenprozessionsspinner : Der Einsatz gegen Raupen beginnt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreis will ab Montag den Eichenprozessionsspinner bekämpfen

von
erstellt am 08.Mai.2015 | 20:00 Uhr

Am Montag wird der Landkreis mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beginnen. Zunächst wird der Hubschrauber von Eldenburg aus befallene Gebiete überfliegen und die Bäume mit dem Mittel Dipel ES besprühen. Das teilte der Kreis gestern mit. Es wird die dritte durch den Kreis koordinierte Bekämpfung in Folge.

Von Eldenburg aus werden Flächen im Raum Lenzen beginnend bis Wittenberge die Elbe entlang beflogen. Parallel beginnen zwei Trupps die Bodenbekämpfung: im Raum Lenzen–Karstädt und Groß Pankow–Putlitz, informiert der Kreis.

Dabei komme moderne Spritztechnik zum Einsatz, die zur Schädlingsbekämpfung und im Pflanzenschutzsektor angewendet werden kann, heißt es. Es handele sich um die derzeit stärkste Maschine ihrer Art für PickUp-Fahrzeuge. Sie erreicht eine maximale Höhe von 35 Metern, in der waagerechten Ebene etwa 50 Meter.

Insgesamt soll eine Fläche von etwa 2100 Hektar bekämpft, davon 1760 aus der Luft und 305 Hektar vom Boden. Damit erreicht der Kreis fast die gesamte angestrebte Fläche von 2700 Hektar. Die Differenz ergibt sich nach Informationen unserer Zeitung aus Zugeständnissen gegenüber dem Naturschutz. Besonders streng geschützte Flächen seien demnach von der Einsatzliste gestrichen worden. Ob dort die Raupen abgesaugt werden, werde geprüft.

Dipel ES ist von den zuständigen Bundesbehörden für den Einsatz zugelassen. Die im Rahmen des Verfahrens beteiligten anerkannten Naturschutzverbände hatten eine Bekämpfung generell abgelehnt, der Naturschutzbeirat Prignitz hatte zugestimmt. Mit dem Landesumweltamt sei ein Einvernehmen hergestellt worden.

Der Kreis argumentiert: „Die gesundheitliche Gefährdung des Menschen durch die Anwendung von Dipel ES wird aus Sicht des Gesundheitsamtes unverändert geringer eingeschätzt als eine Gefährdung durch den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe.“ Diese können teils heftige allergische Reaktionen auslösen.

Die Raupenpopulation hat sich in den vergangenen Jahren anders als von manchen Experten vorausgesagt stetig erhöht. In besonders stark betroffenen Gebieten wie Lanz und Lenzerwische wurden teilweise Veranstaltungen im Freien abgesagt. Eine Straßenbaufirma zog ihre Arbeiter ab. In Rühstädt musste im vergangenen Jahr der Schlosspark gesperrt werden. Die Zahl ärztlicher Konsultationen sei gestiegen, bestätigt das Gesundheitsamt, ebenfalls einzelne Krankenhausbehandlungen.

Den Behörden sei bis jetzt kein Fall bekannt, das Menschen auf Dipel ES reagiert haben. Vorsorglich rät der Kreis dennoch von einem direkten Kontakt mit dem Mittel ab. Bei Fragen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen können sich Bürger an das Gesundheitsamt in Perleberg wenden.

 

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