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Kaffee-Reise in Wittenberge : „Der Brasilianer ist leichter“

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Kaffee-Expertin Katharina Gerasch eröffnet den Teilnehmern eines Workshops die Welt der Bohnen

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erstellt am 09.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Sie schlürfen, gurgeln und spucken aus – alles im Sinne des Kaffee-Erlebnisses. Am Mittwoch reisten die Teilnehmer des Tageskurses im Tee- und Kaffeehaus Wittenberge dafür geschmacklich nach Brasilien, Äthiopien, Indonesien und Indien. „Der Brasilianer ist deutlich leichter, der Indonesier dafür würzig, schon fast kräuterartig“, sagt Katharina Gerasch. So möchte die Expertin aus Hamburg den Kursteilnehmern bei der Beurteilung der Kaffeesorten helfen.

Erstmals hat Frank Wenzel vom Tee- und Kaffeehaus solch einen Workshop organisiert. Katharina Gerasch kennt er, das Kaffeenetzwerk ist weit gefächert. „In unserem Workshop wird es um den Ursprung, den Anbau und die Aufbereitung von Kaffee ebenso, wie um Grundlagen zur Kaffeebewertung gehen“, sagt Wenzel, der selbst viel mitnimmt von dieser Veranstaltung. Das gilt auch für Regina Schliemann aus Bad Wilsnack. „Es ist sehr interessant zu erfahren, wie der Kaffee geerntet wird“, sagt sie. Kapselkaffee lehne sie ab, weil dabei zu viel Müll produziert würde. „Ich bin auf dem Weg zur Bohne, brauche aber noch eine Maschine.“ Ganze Bohnen sind laut Katharina Gerasch das Nonplusultra. Nur so bleiben der Geschmack und das Aroma erhalten. „Am besten ist, wenn der Kaffee luftdicht verschlossen wird. Die ganzen Bohnen kann man ohne Probleme einfrieren und dann auch gefroren malen“, so Gerasch, deren Expertise bei kleinen Röstereien und auch Großkonzernen gefragt ist. Ihr Kapital sind ihre Nase und ihr Geschmackssinn. „Ein Schnupfen ist eine mittlere Katastrophe für mich“, sagt die 31-Jährige lachend.

Ricarda Magull war aus Lückstedt angereist und das, obwohl sie eigentlich gar keinen Kaffee trinkt. „Ich arbeite in der Gastronomie und möchte mehr über Kaffee lernen. Das ist zwar auch Thema in der Hotelfachfrau-Ausbildung aber längst nicht so tiefgründig.“ Auch ein Kaffee-Künstler nahm an dem Kurs teil. Markus Badura ist amtierender Latte-Art-Champion, seine kleinen Milchschaumkunstwerke sind prämiert. „Die Veranstaltung ist sehr interessant, gerade für mich als Barista“, so Badura, der mit seiner Partnerin ein Café in der Pfalz führt und auch selbst röstet. Für seine Zeichnungen auf Espresso-Macchiato, Milchkaffee oder anderen Kreationen brauche er ein ruhiges Händchen, um sie mit einem Herz oder einer Tulpe zu verzieren. „Beim Wettbewerb habe ich eine Friedenstaube kreiert“, sagt Badura, der sich diese Kunst selbst aneignete. Für Frank Wenzel war die Kurspremiere eine gelungene. „Ich werde einiges für die Arbeit mitnehmen, zum Beispiel was die Auswahl der Rohkaffees und die Optimierung des Röstprozesses betrifft.“

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