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Wittenberge : Der Bahnhof hat einen Interessenten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kulturbund lädt ein: Bürgermeister positioniert sich zu Stadtpolitik

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 22:00 Uhr

Für das Bahnhofsgebäude gebe es jetzt „einen ernst zu nehmenden Interessenten“. Noch in diesem Monat solle es Verkaufsverhandlungen geben, sagte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, als er vor wenigen Tagen (der „Prignitzer“ berichtete) beim Kulturbund zu Gast war. Zweimal im Jahr rückt der Kulturbund aktuelle Stadtpolitik ins Scheinwerferlicht, geben der Bürgermeister und – wie in der vergangenen Woche – Bauamtsleiter Martin Hahn Auskunft.

Der Bahnhof ist seit Jahren auch ein Sorgenkind der Stadt, obwohl er nicht ihr, sondern der Bahn AG gehört. Die möchte sich von ihm trennen, bietet ihn auf einer einschlägigen Seite im Internet zum Kauf an. Als Nettojahreskaltmiete weist die Bahn dort übrigens 53480 Euro aus. Für die Kommune sei die Belebung des derzeit kaum noch genutzten Bahnhofsgebäudes eine wichtige Voraussetzung für die Stärkung des Umfeldes mit Auswirkungen auf die Innenstadt, so das Stadtoberhaupt. Stichwort Belebung und Innenstadt. Ihre Stärkung sei für ihn in den kommenden Jahren eine der Hauptaufgaben, sagte der Bürgermeister auch in Bezug darauf, dass er sich am 10. April wieder zur Wahl stellt.


Markt für die Innenstadt


Zentrales Thema für die Bahnstraße ist die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes. „Mit dem Weggang von Edeka ist eine schwierige Situation entstanden“, so das Stadtoberhaupt. Die Kommune hatte gehofft, „dass dieser Markt noch für eine gewisse Zeit in der Prignitz-Galerie erhalten bleibt“ und den Verhandlungsprozess zwischen Galerie-Eigentümerin und Marktchefin moderierend, aber letztlich ohne Erfolg begleitet.

Hoffnungen, dass es für die Galerie noch in diesem Jahr eine neue Lösung geben wird, dämpfte der Bürgermeister. Er sieht, wenn es eine gibt, diese eher im ersten Halbjahr 2017. Und noch etwas: Die Stadt könne Entwicklungen unterstützen, indem sie beispielsweise ausreichend Stellplätze für einen Supermarkt schafft, aber letztlich müssten sich Galerie-Eigentümer und künftiger Nutzer einigen.

Wie kompliziert die Situation in der Bahnstraße ist, machte der Bürgermeister auch an der neuen Freifläche deutlich, die mit dem Abriss der alten Markthalle direkt an der Bahnhofszufahrt entstanden ist. Ein Fachbüro, das im städtischen Auftrag Marktstandorten im Zentrum untersuchte, hält dieses Areal für geeignet. Dr. Hermann sagt dazu: „Wir schaffen für das Gelände, das der Wohnungsbaugesellschaft gehört, die Voraussetzungen, dass sich ein Markt ansiedeln kann.“ Aber: „Wenn sich dort etwas entwickelt, dann wird sich meiner Meinung nach in der Prignitz-Galerie auf Jahre kein weiterer Vollversorger ansiedeln.“

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