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Der Prignitzer

20. November 2017 | 16:41 Uhr

Biotop : Der Austernfischer ist wieder da

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neues Feuchtbiotop bei Garsedow bietet der Vogelart Brutgebiet

von
erstellt am 10.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Der Austernfischer ist wieder da, brütet das zweite Jahr in Folge bei Garsedow. Landesumweltamt und die Biosphärenreservatsverwaltung Flusslandschaft-Elbe Brandenburg sagen, das sei eine kleine Sensation.

Denn die eigentlich auch in der Prignitz heimische Vogelart ist hier mittlerweile zur Rarität geworden. Biosphärenreservatsmitarbeiter Jürgen Herper sagt, einschließlich des bei Wittenberge entdeckten Brutpaares „sind uns zwischen Quitzöbel und Wittenberge nur vier bekannt“.

Der Austernfischer – ein bis zu 45 Zentimeter großer schwarz-weißer Vogel mit langem roten Schnabel – bevorzugt zum Brüten Sand- und Kiesflächen an Flüssen oder anderen Gewässern. Damit ist das auf zehn Hektar neu entstehende Feuchtbiotop zwischen dem Elbdeich und dem Karthaneufer für ihn ein idealer Lebensraum.

Bereits 2013 und im vergangenen Jahr war auf dem ehemaligen Wiesengelände schwere Technik im Einsatz. Baustoff für den Deichbau wurde ausgebaggert. Gleichzeitig fungiert die Fläche als Ausgleichsareal für Eingriffe in Lebensräume von Amphibien und anderem Getier. Durch das Ausbaggern entstanden und entstehen Mulden, die in Abhängigkeit vom Wasserstand der Elbe überflutet werden. Was vom Deich aus wie eine ungeordnete Sandlandschaft aussieht, ist nach der Aussage der Fachleute die ökologische Grundlage für vielfältiges Leben. Jürgen Herper ist davon überzeugt, „dass sich auch bald andere Vogelarten wie der Flussregenpfeifer und Flussuferläufer ansiedeln werden. Denn auch ihnen biete das im Entstehen begriffene Biotop in der Niederung vor Garsedow hervorragende Lebensbedingungen. Aber nicht nur für Bodenbrüter sei das Areal ideal geeignet, Nachwuchs aufzuziehen. Herper hebt den Wert der unterhalb des Deiches zusätzlich entstehenden Gewässer hervor. Mit ihnen würden zusätzliche Amphibienlaichplätze und zusätzliche Kinderstuben entstehen für Fischarten, die in der Elbe leben. Herper nennt als Beispiele Brassen, Hechte, Weißfischarten.

Gegenwärtig optimieren ein Landschaftsplaner und eine Naturschutzfirma das Biotopsgelände. In den kommenden Monaten wird es dann noch um eine weitere Fläche Auenwald ergänzt. Bei Garsedow sind bereits zwei Hektar bepflanzt. Weitere folgen laut Landesumweltamt.  



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