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Revierpolizist in Groß Pankow : Der Ansprechpartner für die Leute vor Ort

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit dem Revierpolizisten Thomas Lesker in der Gemeinde Groß Pankow unterwegs

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 09:15 Uhr

Polizeihauptmeister Thomas Lesker ist seit zwölf Jahren Revierpolizist von Groß Pankow. Was macht ein Revierpolizist? Welche Aufgaben hat er? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, begleitete „Der Prignitzer“ den Groß Pankower Revierpolizisten auf einer seiner Touren durch die Gemeinde.

Wir treffen uns im Pritzwalker Polizeirevier, dem die sechs Revierpolizisten für Meyenburg, Putlitz, Groß Pankow und die Stadt Pritzwalk unterstellt sind. Hier erwarten uns der Leiter des Reviers, Polizeihauptkommissar Frank André Radloff, und Thomas Lesker. Der Revierpolizist gibt einen Einblick in seinen Verantwortungsbereich: „Die Gemeinde Groß Pankow mit seinen 39 Orten und Ortsteilen erstreckt sich über eine Fläche von 248,7 Quadratkilometern zwischen den Städten Perleberg und Pritzwalk. Aktuell leben hier 3982 Einwohner.“ Die Aufgaben der Revierpolizisten bringt Frank André Radloff lachend auf den Punkt: „Wir sind die Guten!“

Auch die Büroarbeit gehört zu den Aufgaben eines Repos.
Auch die Büroarbeit gehört zu den Aufgaben eines Repos. Foto: Hill

Als Bindeglied zwischen Bürger und Polizei arbeiten die Revierpolizisten mit allen Trägern öffentlicher Belange zusammen, also mit Schulen, Kitas, Kommunen sowie mit den Firmen. Darüber hinaus geht es aber auch um Ermittlungstätigkeiten bis hin zur Vollstreckung von Haftbefehlen.

„Im Gegensatz zum Wach- und Wechseldienst, hat der Repo zu unregelmäßigen Zeiten Dienst“, so der Revierleiter. „Er muss alleine arbeiten können, kommunikativ und flexibel sein – und zwar zeitlich, örtlich und geistig.“ Mit diesen Informationen versorgt steigen wir mit Thomas Lesker in den Funkstreifenwagen und fahren in Richtung Groß Pankow. Im Auto meldet er sich im digitalen Funksystem an, so dass die Leitstelle weiß, wo er sich gerade befindet.

Er selbst musste sich noch einem Auswahlverfahren stellen, bevor er Repo werden konnte. Das war vor mittlerweile zwölf Jahren. Schon vorher war der Pritzwalker Polizist. „Ich bin der Ansprechpartner für die Leute vor Ort“, erzählt er. „Da braucht es mal einen, der zuhört, wenn man Frust ablassen will.“ In den Gesprächen, die Lesker bei seinen Diensten führt, bekommt er so manche Informationen und Hinweise. In Groß Pankow ist die erste Station bei einem Bürger, von dem noch die Unterschrift auf einem Strafantrag fehlt. Doch dieser ist nicht zu Hause. Es geht weiter in Leskers Büro im Rathaus der Gemeinde. Hier ist er immer donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr anzutreffen. „Aber die Leute wissen: Wenn das Auto vor der Tür steht, bin ich da, und bin auch für sie zu sprechen“, sagt er. Auch die Polizei ist von dem großen Funkloch in Groß Pankow betroffen. Deshalb führt er von hier einige Telefonate. Dann kurze Begrüßung bei Bürgermeister Marco Radloff. „Alles ins Ordnung?“, fragt Thomas Lesker das Gemeindeoberhaupt. „Alles in Ordnung!“, antwortet dieser. Da Bauamtsleiter Halldor Lugowski in einer Besprechung ist, holt er sich bei Manuela Kelm die Informationen zur Sternenfahrt am 29. April bei „Die Prignitz radelt an“. Bei ihr fragt der Revierpolizist auch nach, ob etwas mit der Baustellenampel am Bahnhof erreicht werden konnte. Bürger beschweren sich auch bei ihm. Manuela Kelm schüttelt nur den Kopf.

Dann noch ein kurzer Besuch im Ordnungsamt, um sich auf eine gemeinsame Tour im kommenden Monat zu verständigen. „Erst kürzlich hatten wir ein Problem in Klein Gottschow, wo jemand seinen ganzen Müll auf die Straße stellte. Dort haben wir Amtshilfe bei einer Zwangsmaßnahme geleistet“, berichtet Thomas Lesker. „Jetzt ist es dort auffällig ordentlich.“

Wir fahren weiter in Richtung Kreuzburg zum Königsgrab nach Seddin. Auch hier sind Kontrollfahrten nötig. Gab es doch in der Vergangenheit Vandalismus oder auch wilde Crossfahrten von Jugendlichen mit Mopeds.

Der Repo gewährt weitere Einblicke in seine Arbeit und das Vertrauensverhältnis, das er sich in den zwölf Jahren aufgebaut hat. „Dafür braucht man mindestens fünf Jahre“, so Lesker. „Aber dadurch wissen die Menschen auch, dass ein Revierpolizist immer im Dienst ist. Da kann es schon vorkommen, dass ich gerade nach Hause komme, das Telefon klingelt und ich wieder losfahre.“

„Wir bringen die Polizei in die Breite“, sagt er. Den Beweis tritt Lesker auf der gesamten Tour an, denn er fährt kaum über Hauptstraßen. In Horst gilt es wieder einen Auftrag aus der Unterlagenmappe von Thomas Lesker zu erledigen. Ein Brief der Staatsanwalt konnte nicht zugestellt werden, so dass sich der Polizist vor Ort erkundigen muss. Doch die Adresse gibt es hier nicht, und der Name der Person ist bei dem Einwohner, den Thomas Lesker befragt, unbekannt. Auch in Vettin hat er keinen Erfolg. Auf Grund eines „Blitzerfotos“ muss er eine Fahrerfeststellung vornehmen. Doch die Tür bleibt auf sein mehrmaliges Klingeln verschlossen.

In Lindenberg bei Groß Pankow bleibt er kurz stehen, um mit den Mitarbeitern des Bauhofes zu sprechen, die gerade eine Straße kontrollieren. Lesker erzählt, dass jemand, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, beim Bauhof Aufgaben erledigen könne, um nicht in Haft gehen zu müssen. Dabei bildet der Beamte die Schnittstelle zwischen der Justiz und dem Schuldner. Während der Tour wird die Ausbreitung der Gemeinde deutlich. „An einem Tag kann man alle 39 Orte und Ortsteile nicht anfahren“, meint Thomas Lesker. Daher werden Schwerpunkte gesetzt.

Dazu gehört der Ortsteil Groß Woltersdorf. Hier ist die Ferienanlage der Kultur- und Heimatfreundevereinigung Wahrberge. Im Gespräch mit Hausmeister Axel Ubeländer erfährt er vom bevorstehenden Saisonstart. Die ersten Gäste haben sich angesagt. Für den Revierpolizisten ein Grund, in den nächsten Tagen verstärkt nach dem Rechten zu sehen. Thomas Lesker ist in Groß Pankow angekommen, das merkt man immer wieder. Er ist bekannt und ihm ist das kurze Gespräch mit den Bürgern genauso wichtig, wie den Bürgern das Gespräch mit ihm.

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