Sanierung in Wittenberge : Denkmalvilla erhält zweites Leben

Noch ist die Villa Baustelle. Aber die Fertigstellung ist abzusehen. Am Aus- und Umbau sind laut Bauherren ausschließlich regionale Firmen beteiligt.
Noch ist die Villa Baustelle. Aber die Fertigstellung ist abzusehen. Am Aus- und Umbau sind laut Bauherren ausschließlich regionale Firmen beteiligt.

80 Prozent des Gebäudes in der Bad Wilsnacker Straße mussten erneuert werden / Firmensitz und zwei Wohnungen

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07. Juni 2016, 10:00 Uhr

Vor zehn Jahren haben zwei Investoren die sogenannte weiße Villa gegenüber der alten Ölmühle erworben. Jetzt geht das Bauen an dem Denkmalhaus langsam in die Endphase.

„Die Villa an sich ist erhaltenswert, ist sie doch im Schinkel-Stil errichtet. Das Haus hat Nutzungspotenzial. Die Lage nahe am Wasser ist erstklassig“, sagt Peter Speck. Also Gründe genug, sich um das Gebäude zu bemühen, ihm eine Zukunft zu geben. Und diese Zukunft hat jetzt begonnen. In das Untergeschoss ist die D.A.S. Haus GmbH eingezogen. „Wir haben hier seit Ende letzten Jahres unseren Firmensitz“, sagt Geschäftsführer Speck.

Im Geschoss über ihm wird noch gebaut. Zwei Wohnungen entstehen dort. Die Vermietung wird kein Problem, sagt Speck. Es gebe schon jetzt zahlreiche Nachfragen. Er führt durch die beiden Wohnungen, wo die Trockenbauer am Werk sind. Beide, auch die Ein-Raum-Wohnung, sind großzügig geschnitten. Am beeindruckendsten aber sind die riesigen Terrassen, die zu beiden Quartieren gehören und den Blick Richtung Wasser frei geben.

Aber zurück ins Untergeschoss, von wo aus die D.A.S. Haus GmbH ihre Geschäftstätigkeit lenkt, die sich hauptsächlich in Hamburg und Berlin abspiele, wie Speck sagt. Hausbau, angefangen bei der Beratung über Planung bis hin zur Bauausführung umreißt er das Tätigkeitsfeld dort. Dass der Firmensitz in Wittenberge und nicht in Hamburg angesiedelt ist, hat viel damit zu tun, „dass wir hier sehr verwurzelt sind“, sagt Speck.

Für den Um- und Ausbau der Villa fließt kein Fördergeld. Das heiße aber nicht, man könne machen, was man will, sagt Speck und erinnert sich an die zahlreichen Gespräche und Abstimmungsrunden mit der Denkmalschutzbehörde, die ein sehr wachsames Auge auf alles habe. „Derzeit geht es ums Außengelände, darum, wie die Zauneinfassung und die Torzufahrt aussehen kann und soll“, erklärt Speck.

Froh ist er, dass GmbH und Denkmalschutz darin Übereinstimmung erzielten, „dass wir an der Rückfront ein Treppenhaus ansetzen konnten, das separat zu den Wohnungen im Obergeschoss führt“. Der Firmeneingang wird sich künftig an der Vorderseite des Haupthauses befinden.

Nicht ohne Stolz verweist der Geschäftsführer beim Rundgang durch das Haus im Obergeschoss auf zwei Säulen über diesem Haupteingang. „Wir haben sie aufarbeiten lassen.“ Es sei gut möglich, dass sie noch aus der Mitte der 19. Jahrhunderts stammen, als das Haupthaus errichtet wurde. Das gilt auch für die ebenfalls aufgearbeiteten Säulenkapitelle.

Auf die Frage, ob die Villa denn nun seit zehn Jahren quasi eine ewige Baustelle ist, antwortet Speck mit einem klaren Nein, sagt aber auch, „dass wir nichts überstürzt haben“. Fakt sei aber auch, dass 80 Prozent des Hauses erneuert werden mussten. „Das Gebäude war aber nur zu halten, weil irgendwann nach der Wende wenigstens eine Dachsicherung stattgefunden hatte“.

Zu DDR-Zeiten befanden sich in der Villa Werkswohnungen der Märkischen Ölwerke. Nach der Schließung des Betriebes war das repräsentative Gebäude dem Verfall preisgegeben.

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