zur Navigation springen

Wunderblutkirche Bad Wilsnack : Denkmalstatus rückt näher

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Experten sind dafür, die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack zu einem Bau von nationaler Bedeutung zu erklären. Positive Entscheidung im März würde Millionen-Förderung bedeuten.

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die Zeichen dafür, dass die Wunderblutkirche als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wird, stehen gut. Das wird aus einer Antwort des Bundeskulturministeriums gegenüber dem „Prignitzer“ deutlich. „Der Landeskonservator des Landes Brandenburg kommt zu dem Ergebnis, dass die Wunderblutkirche St. Nikolai als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung anerkannt wird“, erklärte Ministeriumssprecher Hagen Philipp Wolf. Dieses Urteil sei vom externen Sachverständigengremium, das Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in dieser Hinsicht berät, im Januar bekräftigt worden.

Laut Hagen Philipp Wolf führt der Landeskonservator in seiner Untersuchung aus, dass es sich bei der Wunderblutkirche um ein im Spätmittelalter europaweit bedeutendes Wallfahrtsziel handelt und insoweit über eine besondere historische Bedeutung verfügt. „Darüber hinaus stellt die anspruchsvolle bauliche Gestaltung der Kirche ein Vorbild für weitere Sakralbauten im Land dar.“ Nach Auffassung des Landeskonservators verfügt die Kirche als herausragendes Zeugnis brandenburgischer Landesgeschichte in besonders hohem Maße über geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Bedeutung.

Staatsministerin Monika Grütters entscheidet im Frühjahr, welche Objekte im Denkmalpflegeprogramm berücksichtigt und in welcher Höhe gefördert werden. Wolf: „Es besteht in den neuen Bundesländern die Möglichkeit, die Bundesmittel im Rahmen des jährlich zur Verfügung stehenden Budgets für grundsätzlich längstens sieben Jahre zu vergeben“. Wie Daniel Feldmann, Pfarrer der Wunderblutkirche, erklärte, könnte dem Gotteshaus jeweils 600 000 Euro in jedem Jahr des Förderzeitraums zur Verfügung stehen. „Allerdings setzt sich diese Summe zu je einem Drittel aus Bundes-, Landes- und Gemeindemitteln zusammen“, so Feldmann.

Knapp 10  000 Seiten, insgesamt rund 50 Kilogramm Papier – allein die Antragsdokumente für die Förderung sind immens. Unter Leitung von Regine Hartkopf, Architektin und Dombaumeisterin der Vereinigten Domstifter Merseburg, Naumburg und Zeitz, arbeiteten Experten verschiedener Fachrichtungen ein Dreivierteljahr an dem eindrucksvollen Papierstapel. Die Kirche und ihr Umfeld wurden bis ins Detail analysiert. Gutachten zur statisch-konstruktiven Beschaffenheit der Kirche, entwickelt von Diplomingenieur Axel Seemann, und kunsthistorische und denkmalpflegerische Bewertungen von Dr. Maria Deiters sowie Dr. Hartmut Kühne flossen mit ein.

Zentraler Gedanke des Konzepts ist es, die Wunderblutkirche St. Nikolai als gewaltiges Baudenkmal in der Mitte des kleinen Kurstädtchens viel intensiver mit den Perspektiven der Menschen und Gebäude im Umfeld zu verknüpfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen