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Der Prignitzer

23. November 2017 | 14:30 Uhr

Denkmalschutz : Denkmalschutz ist kein Segen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauausschuss der Gemeinde Plattenburg wünscht sich mehr Hilfe von der Kreisverwaltung

Wie geht man zukünftig mit den Denkmälern in der Gemeinde Plattenburg um? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Plattenburger Bauausschusses und waren bereits vor der Sommerpause in der Gemeinde unterwegs, um sich verschiedene Denkmäler direkt vor Ort anzuschauen.

Das Fazit dieser Rundfahrt: Der Denkmalschutz macht den Erhalt der Objekte nicht einfacher, sondern behindert oft eine Entwicklung. Zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses war Ortrud Effenberger von der Denkmalschutzbehörde der Prignitzer Kreisverwaltung eingeladen, konnte an der Sitzung allerdings nicht teilnehmen. Alternativ bot sie der Verwaltung einen Termin in ihrem Hause an. Diesen werde man auch wahrnehmen, so Martin Nagel vom Bauamt der Gemeinde. Er werde in Begleitung einiger Abgeordneter mit der obersten Denkmalschützerin im Landkreis sprechen.

Probleme gibt es dabei viele zu erörtern. Eines ist das alte Chausseehaus in Groß Werzin. Es befindet sich direkt an der B5 und steht unter Denkmalschutz, weil es eines der letzten seiner Art ist. Früher Zoll- und Poststation, steht es heute allerdings nur im Weg, so Martin Nagel. Eine sinnvolle Nutzung sei nicht möglich, die Kommune immer wieder zur Verkehrssicherung verpflichtet und außerdem stelle das Gebäude an dieser Stelle eine echte Gefahr für den Straßenverkehr dar, so Nagel.

Sein Ziel wäre es, den Denkmalschutz für das Gebäude aufzuheben und es zu beseitigen. Außerdem soll es darum gehen, private Eigentümer von Denkmälern beim Unterhalt und bei der Sicherung zu unterstützen. So in Groß Gottschow oder in Sachen Junkerhof in Garz. In Hoppenrade gebe es nach wie vor das Problem des denkmalgeschützten Landschaftsparkes, der kaum unterhalten und gepflegt werden könne. Auch der völlig verlandete Schwanenteich sei Bestandteil des Parkes, so Martin Nagel. „Wir müssen besprechen ob es Möglichkeiten gibt, diese Denkmäler mit Unterstützung von Fördergeldern zu sanieren oder wenigstens zu sichern.

Ein größerer Brocken sei das Schloss in Krampfer. Ein Schandfleck im Ort mit ständig wechselnden Besitzern, ohne dass an dem Gebäude irgendetwas passiere, so Nagel. Und nicht zuletzt die Plattenburg selbst. Die historische Wasserburg, die der Gemeinde ihren Namen gibt. Hier gibt es ständig Dinge zu reparieren und zu unterhalten. Alles müsse aufwendig mit der Denkmalschutzbehörde besprochen werden. Ein gemeinsames Konzept für die Plattenburg müsse her, so die Ansicht im Fachausschuss und von der eigens gebildeten Arbeitsgruppe Plattenburg. Denn nach Ansicht der Abgeordneten könne es nicht sein, dass der Landkreis als Denkmalbehörde die Burg massiv unter Schutz stelle, die kleine Gemeinde mit den Kosten die sich daraus ergeben aber allein lasse. „Wir erwarten, dass sich der Landkreis auch finanziell an der Unterhaltung und der weiteren Sicherung und Sanierung der historischen Burganlage beteiligt. Es kann nicht sein, dass der Landkreis Prignitz sich mit der alten Wasserburg als touristisches Aushängeschild schmückt, sich allerdings an deren Sanierung und Unterhaltung nur durch Auflagen beteiligt“, so Martin Nagel. Vorstellbar wäre für die Plattenburger Abgeordneten unter anderem eine enge Kooperation mit der benachbarten Wunderblutkirche in Bad Wilsnack.

 

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