zur Navigation springen

Gretchenfrage in Perleberg : Denkmal für den Sohn der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Axthelm-Stiftung will mit bürgerlichem Engagement eine Skulptur des Theologen Friedrich Arnold schaffen. Noch sind nicht alle Fragen geklärt.

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Setzt Perleberg ihrem berühmten Sohn Gottfried Arnold ein Denkmal? Das ist die Gretchenfrage. Eine abschließende Antwort darauf blieb die Runde, zu der die Walter-Hoffmann-Axthelm-Stiftung eingeladen hatte, noch schuldig. Mit am Tisch: Superintendentin Eva-Maria Menard, Perlebergs Pfarrerin Verena Mittermaier, Dietmar Vollert vom Lions Club, Malte Hübner-Berger, Vorsitzender des Bürgervereins, Hagen Boddin und Henry Schweigel, beide Fachbereichsleiter bei der Stadt, Hartmut Schneider, Vorsitzender des Kulturvereins, Dieter Hoffmann-Axthelm als Gastgeber und Vertreter der Stiftung, sowie der Neu-Perleberger Maler und Bildhauer Thomas Richter. Vom Künstler stammt auch die Idee, dem pietistischen Theologen, der vor allem als Verfasser der Unparteyischen Kirchen- und Ketzer-Historie bekannt ist, 1707 als Pfarrer nach Perleberg kam und hier 1714 auch starb, ein Denkmal zu setzen. Eine Idee, die die Walter-Hoffmann-Axthelm-Stiftung Wirklichkeit werden lassen möchte. Mit bürgerlichem Engagement und Stiftungsgeld will sie die geschätzten 10 000 bis 12 000 Euro für eine übermannsgroße Skulptur aus gegossenem Stein zusammen bekommen.

Gottfried Arnold sei eine wichtige Person der Stadtgeschichte, doch nirgends findet man ein sichtbares Zeichen seines Wirkens im Stadtbild, so Dieter Hoffmann-Axthelm. Einzig das Gymnasium trägt seinen Namen und in der Kirche weist ein kleine Tafel auf Arnold hin. Wer sich allerdings hinter diesem Namen verbirgt, was Gottfried Arnolds Wirken bestimmte und welche Bedeutung dieses noch in der Gegenwart hat – Fragen, auf die kaum einer sofort eine tiefschöpfende Antwort geben könne. Ein Grund mehr und zugleich die Chance, sich im Zuge der Diskussion zum Denkmal mit dem bedeutendsten Kopf der Frühaufklärer zu beschäftigen, wie es sinngemäß Eva-Maria Menard formuliert und zuvor Hagen Boddin wie auch Henry Schweigel als wichtigen Schritt dahin anregten. Und das parallel zum eigentlichen behördlichen Verfahren und der künstlerischen Umsetzung. So erreiche man Öffentlichkeit, beziehe sie mit in das geistige Werden ein, schaffe einen Bezug zwischen Stadt, Denkmal, Gottfried Arnold und dem Heute.

Ein erster Schritt dahin soll ein gemeinsames Projekt des Künstlers mit Schülern des Gottfried-Arnold-Gymnasiums sein. Darauf aufbauend will Thomas Richter dann einen Entwurf der Skulptur anfertigen und auch vorstellen. Anschließend, sprich im Spätsommer, müsse allerdings die Frage beantwortet werden, ob die Stadt Gottfried Arnold ein Denkmal setzen will. Und das sollte, so die Vorstellungen von Richter, Axthelm und auch Schneider, einen direkten Bezug zu seiner Wirkungsstätte, der Kirche haben. Ins Auge gefasst ist die frühere Sakristei, dort, „wo Arnold die Kirche betrat“, führt Hoffmann-Axthelm als Vorschlag an. Und da beginnt der direkte Part der Stadt, denn sie muss mit dem Standort mitgehen und gegebenenfalls auf Parkplätze verzichten. Darüber aber wird noch zu reden sein, u. a. auch in und mit den Fraktionen. Dieter Hoffmann-Axthelm und Thomas Richter sind dazu bereit.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen