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Flugplatz Perleberg : Den Wolken zum Greifen nahe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittmunder und erstmals auch Brückeburger Segelflieger haben ihr Lager auf dem Perleberger Flugplatz aufgeschlagen

von
erstellt am 06.Jul.2016 | 04:45 Uhr

Knapp 20 Segelflugzeuge stehen derzeit auf dem Perleberger Flugplatz. „Wir haben wieder die Wittmunder zu Gast und die haben noch den LSV Brückeburg mitgebracht“, erfährt man von Bernd Naumann von den Gastgebern. So um die 30 Flieger seien sie, gestandene und solche, die es werden wollen. „Wir haben durchaus einige Aspiranten für den Alleinflug“, ergänzt Florian Gille von den Brückeburgern.

Viel Platz, kein anderer Flugverkehr, auf den man Rücksicht nehmen muss, das seien schon ideale Bedingungen vor allem für Flugschüler, „und auch das Wetter ist meistenteils top – windstill, kein Regen und keine tiefhängenden Wolken.“ Das heißt, Aufsteigen und Landen können nonstop geübt werden. Doch auch sogenannte Leis-tungsflüge waren schon drin. 450 Kilometer am Tag wurden da zurückgelegt, ergänzt Hans-Georg Onken. Er leitet die Ausbildung bei den Wittmundern.

1997 wurde der Perleberger Platz für den Flugverkehr wieder zugelassen und ein Jahr später führten die Wittmunder hier schon ihr Fliegerlager durch. Seither sind sie fast jedes Jahr in der Prignitz, „es ist einfach schön hier und alles passt perfekt“.

Für zwei Wochen wird auch dieses Mal auf dem Perleberger Flugplatz gewohnt und geflogen. An der Nordsee zu Hause, haben sie dort mit einem etwas raueren Klima und schlechterer Thermik zu tun.

Jeden Tag werde während des Fluglagers aufgestiegen, das zahlt sich natürlich in der Ausbildung aus. Mit Seilwinde oder im Schlepp einer Maschine geht es hinauf und zurück in den Hangar erst wieder, wenn jeder sein Pensum absolviert hat. Sind dann am Abend die Segler in die Halle geschoben, trifft man sich zum gemeinsamen Abendessen. „Das gibt es warm aus der Polizeikantine“, fügt Hans-Georg Onken an. Frühstück machen sie selbst, mittags gibt es Brötchen auf die Hand. Drei Mann haben stets Küchendienst und übernehmen dann auch die Arbeit der fehlenden Spülmaschine.

Das erste Mal in Perleberg dabei ist Franziska Brandt. Die 19-Jährige wohnt in Hagenburg und gehört zu den Brückeburgern. „Ich bin faktisch auf dem Flugplatz großgeworden. Mein Vater ist Fluglehrer“, erzählt sie. Mit 14 absolvierte sie ihren ersten Alleinflug. Was fasziniert sie an diesem Sport? „Die Gemeinschaft, die ist schon besonders. Einer ist auf den anderen angewiesen, denn allein kommt niemand in die Luft.“ Oben ist man dann den Wolken zum Greifen nahe, das sei einfach ein tolles Gefühl. Für sie keine Frage, dass auch Mädchen im Seglercockpit sitzen. „Jeder, der Lust hat, kann das“, ergänzt Bernd Naumann und berichtet, dass der älteste Flugschüler 63 Jahre alt war und noch heute bei den Perlebergern dabei sei.

Am kommenden Wochenende zum Oldtimertreffen wollen auch die Segelflieger neugierig machen auf ihren Sport. Und umgekehrt, „auch wir werden bestimmt bei den Oldtimerfreunden vorbei schauen“, steht für Hans-Georg Onken außer Zweifel.  

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