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Der Prignitzer

19. November 2017 | 00:37 Uhr

Den Revierpolizisten fehlen Autos

vom

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2012 | 08:05 Uhr

GroSS Pankow | Wenn mit der Polizeireform den Revierpolizisten vor Ort mehr Bedeutung zukommt, dann müsse sich das auch in ausreichendem Personal und entsprechender technischer Ausstattung widerspiegeln. Diese Meinung vertritt Thomas Brandt, Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz). Und er hielt damit auch nicht beim jüngsten Besuch von Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke in Perleberg hinter dem Berg. "Herr Woidke hat geäußert, auf 4000 Einwohner komme ein Revierpolizist, der nicht mehr als 25 Orte betreuen soll. Das sieht in der Praxis hier vor Ort ganz anders aus", erklärt Brandt.

Der Revierpolizist der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), Thomas Lesker, betreue allein schon 39 Orte. Dazu kämen weitere aus dem Umland von Pritzwalk. Doch zumindest verfügt Lesker über ein Einsatzfahrzeug. Ebenso der Revierpolizist des Amtes Putlitz-Berge. Der des Amtes Meyenburg dagegen schon nicht mehr. Und auch die für Pritzwalk zuständigen Revierpolizisten hätten kein Fahrzeug, rechnet Brandt vor. Dagegen sei die Stadt Wittenberge mit ihrem Umland besser ausgestattet.

Letztere Kritik lässt Toralf Reinhardt, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord, zu der auch die Inspektion Perleberg mit ihren Revieren gehört, nicht gelten und macht die Gegenrechnung auf. Der Revierbereich Pritzwalk umfasse mit der Gemeinde Groß Pankow und den Ämtern Putlitz-Berge sowie Meyenburg insgesamt 26 403 Einwohner. Dafür sind gegenwärtig sechs Revierpolizisten zuständig. Der Revierbereich Wittenberge mit den Ämtern Bad Wilsnack-Weisen und Lenzen (Elbtalaue) umfasse 29 532 Einwohner, hier seien deshalb sieben Revierpolizisten im Dienst. In Wittenberge stünden den Revierpolizisten drei Fahrzeuge zur Verfügung, im Revierbereich Pritzwalk seien es zwei, bestätigt Reinhardt. Doch in beiden Bereichen könnten die Revierpolizisten im Bedarfsfall auf den Fahrzeugpool der Reviere zurückgreifen.

Zudem teilt Reinhardt mit, dass der Leiter des Pritzwalker Reviers "als herausgehobener Revierpolizist perspektivisch neben seinen weiteren Aufgaben ebenfalls einen territorial kleineren Bereich mit Einwohnerzahlen bis zu 2000 Bürgern betreuen wird".

Eine Aussage, die Brandt versöhnlicher stimmt. Bei seiner Kritik an der technischen Ausstattung sprich der Anzahl der Polizeifahrzeuge bleibt er aber und machte das in dieser Woche auch in einem Gespräch mit Perlebergs Polizeiinspektionsleiter Peter Schröder deutlich. Und der zeigte Verständnis für Brandts Anliegen, wie er dem "Prignitzer" gegenüber bestätigte.

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