Lebensrettung : Den Mut haben, Leben zu retten

Dieser Defibrillator hängt im Kulturhaus Wittenberge.
Dieser Defibrillator hängt im Kulturhaus Wittenberge.

Notarzt Lutz Dieckmann rät: Keine Scheu haben und im Ernstfall zum Defibrillator greifen

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14. August 2015, 08:00 Uhr

Wenn das Herz ins Stottern kommt, zählen jede Sekunde und jede Hilfe. Sie sollte also schon einsetzen, bevor Rettungswagen und Notarzt eintreffen. Denn auf die mangelhafte oder ausgefallene Durchblutung des Herzens folgt eine Rhythmusstörung des Organs, die zum Tod führt. Die schnellste Hilfe durch jeden Laien kann gerade an belebten Orten ein Automatisierter externer Defibrillator, kurz AED, bieten.

„Diese seit etwa fünf Jahren genutzten Geräte sind speziell für die Hilfe durch jedermann konstruiert“, erläutert Lutz Dieckmann, Leitender Notarzt des Prignitzer Rettungsdienstes. Elektroden anheften und nach Aufforderung zwei Knöpfe drücken, das ist alles, was getan werden muss.

Auch dabei unterstützt das Gerät. Ein Piktogramm zeigt in einfachen Bildern, was erforderlich ist, und zudem gibt das Gerät auch akustisch Anweisungen über die einzelnen Schritte.

Weil die AED speziell für die Nutzung durch Laien konstruiert wurden, gibt es laut Dieckmann kaum etwas, was Retter bei ihren Bemühungen falsch machen können. Auch wenn die Elektroden etwas verrutscht angebracht wurden, ist eine automatische Messung der Herzfrequenz möglich. Mit dieser stellt das Gerät selbstständig fest, ob der Zustand des Patienten einen Schock erfordert. Ist dies nicht erforderlich, kann kein elektrischer Impuls ausgelöst werden. Auch wann der Knopf zum Messen und derjenige für den Schock gedrückt werden muss, sagt der Defibrillator an. Er fordert ebenfalls zum Zurücktreten auf, bevor die Ladung ausgelöst wird.

Trotz der sicheren Handhabung trauen sich vor allem ältere Menschen nicht zu, ein solches Gerät einzusetzen. „Haben Sie Mut, Leben zu retten“, wirbt Dieckmann deshalb. „Das Einzige, was passieren kann, ist, dass der Patient überlebt.“

Zu finden sind AED an besonders belebten Orten, wo die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass ein entsprechender Notfall eintritt. Dazu zählen Stadien, Veranstaltungsstätten und große öffentliche Gebäude und Einrichtungen. So gibt es AEDs beispielsweise in der Kreisverwaltung Perleberg und im Kulturhaus Wittenberge. Auch in Gaststätten kann sich Lutz Dieckmann solche Geräte vorstellen. Auch Essen sei Arbeit, gerade nach einem anstrengenden Tag, wie Einsätze in den vergangenen Jahren belegten.

Alle Rettungswagen in der Prignitz verfügen über Defibrillatoren, damit die Rettungssanitäter bereits vor dem Eintreffen des Notarztes aktiv werden können. Auch eine Reihe von Arztpraxen – darunter die von Dieckmann, verfügen über ähnliche Geräte.

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