Rambower Moor : Den Glücksvögeln auf der Spur

Nach und nach fanden sich die Kraniche während des Sonnenunterganges im Rambower Moor ein.
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Nach und nach fanden sich die Kraniche während des Sonnenunterganges im Rambower Moor ein.

Exkursion beobachtet Einflug der Kraniche zu ihren Schlafplätzen

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11. November 2014, 12:00 Uhr

Schon auf dem Weg von der Dorfmitte Rambows zum Aussichtsturm des Rambower Moors ist das Trompeten der Kraniche lautstark zu hören. „Nur an wenigen Plätzen wie hier, inmitten des Moores, lassen sich die Kraniche so wunderbar beobachten, wie sie bei Sonnenuntergang in ihre Schlafplätze einfliegen“, erklären Susanne Gerstner und Heiko Bölk vom Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Die beiden führten am Samstag eine Gruppe aus 40 Interessierten zu einer Exkursion, um die Großvögel auf der Rast auf ihrem Weg von Schweden nach Spanien beobachten zu können.

Während es dämmert, fliegen immer wieder Gruppen der bis zu 120 Zentimeter großen Vögel über die Landschaft. Susanne Gerstner und Heiko Bölk geben immer dann Wissenswertes über die „Vögel des Glücks“ preis.

So würden die Tiere auf einem 200 Kilometer breiten Flugkorridor und einer Ost- und Westroute, in welcher die Prignitz liegt, ihren Weg in den Süden antreten. Der 33-jährige Heiko Bölk erzählt: „Früher wurden Kraniche sogar vom Menschen verspeist, heute allerdings sind sie geschützt.“

Daraus resultierend hätte sich die Zahl der Kraniche bereits erholt und steige sogar immer weiter an, ergänzt Gerstner ihren Kollegen. „Vor allem wegen der intensiven Landwirtschaft steht den Zugvögel immer ausreichend Nahrung zur Verfügung. Sie sind ja eigentlich Allesfresser – Kartoffeln, kleine Nagetiere, aber besonders Mais mögen sie“, so die 46-Jährige.

Aber auch unter den Ausflugsteilnehmern glänzen einige Hobby-Ornithologen mit interessantem Fakten-Wissen. So erzählen Florian und Kristin Preusse aus Gifhorn, dass die trompetenähnlichen Geräusche der Vögel durch die Luftröhre entstünden, die anders als beim Menschen wesentlich länger geformt sei. „Man vermutet, damit stärken die Kraniche die Paarbindung. Andere behaupten, die Geräusche dienen der Revierabgrenzung“, so der hauptberufliche Lehrer.

Nur wenige Momente später wurde die Gruppe überrascht: Mehrere Exemplare der Kraniche flogen wesentlich flacher und direkt über ihre Köpfe hinweg. „Faszinierende Tiere“, sagt dabei eine Dame aus Zernin. „Ich kannte die Vögel bislang tatsächlich nur vom Hören. Jetzt habe ich auch einen Eindruck gewinnen können“, ergänzt eine andere Teilnehmerin, die aus Hannover anreiste. Das Ehepaar Schwabe aus Gorleben hingegen beobachtet die Vögel bereits mehrere Male in der Natur. „Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft konnten wir einmal 80 000 Kraniche zugleich bestaunen. Diesmal wollten wir nicht so weit fahren und haben die Gelegenheit genutzt, uns das hier einmal zu betrachten“, erzählen sie.

Etwa 3000 Exemplare haben die beiden Exkursionsleiter der Burg Lenzen in den vergangenen Tagen zählen noch sehen. „Je regelmäßiger aber die Nächte abkühlen und es zu Bodenfrost kommt, desto vermehrt ziehen die Kraniche auch weiter“, so Gerstner.

Nach einer guten Stunde ging es auch für die Truppe wieder zurück auf die Burg Lenzen. Dort gab Naturfotograf Dieter Damschen in einem Diavortrag mit eindrucksvollen Bilder der Großvögel seine Einblicke über die Kraniche an die Zuhörer weiter.

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