Demnächst Drängelgitter für Radler vor der Schule

Wilsnacker Straße: Bereits dieses Verkehrszeichen sagt, wo es für Lkw entlang geht - geradeaus. Doris Ritzka
Wilsnacker Straße: Bereits dieses Verkehrszeichen sagt, wo es für Lkw entlang geht - geradeaus. Doris Ritzka

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19. September 2012, 09:51 Uhr

Perleberg | Alle zwei Jahre führt die Stadt gemeinsam mit der unteren Verkehrsbehörde des Landkreises und der Polizei für ihre Straßen eine sogenannte Signalschau durch. Verkehrszeichen und -führungen, Straßenmarkierungen, all das wird unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit begutachtet.

Gravierende Änderungen wird es im Ergebnis dessen in der Ritterstraße geben. Hier wird die Einbahnstraßenregelung von der Berliner bis zur Karlstraße umgekehrt. Der Grund: Die hohen Unterhaltungskosten im unbefestigten Seitenbereich. In Rosenhagen hingegen versetzt man die Ortstafel etwas in Richtung Düpow. "Wir wollen so die Geschwindigkeit ’rausnehmen mit der in den Ort gefahren wird, denn hier befindet sich der Spielplatz", so Robert Kazmierczak, zuständig für Verkehrsangelegenheiten bei der Stadt. Übrigens, ein Hinweis der Rosenhagener, dem man Rechnung trägt.

Erhöhung der Verkehrssicherheit ist auch das Ziel der geplanten Maßnahme an der Rolandschule. Hier sind es insbesondere die Radfahrer, die man umgangssprachlich in die Schranken weisen will. Im vergangenen Jahr wurde ein Kind auf dem Schulweg von einem Radler verletzt. "In Höhe der Kreuzung Beguinenwiese wollen wir in der Beguinenstraße ein Drängelgitter installieren. Der Radler muss nicht absteigen, doch er wird gezwungen, langsamer zu fahren", betont Kazmierczak.

Allein gemessen an den Verkehrsschildern, die künftig in den Ortsteilen und vor allem in der Stadt aus dem Straßenbild verschwinden werden, passiert noch eine ganze Menge mehr. "Konkret sind es 64, die komplett entfernt werden", listet Robert Kazmierczak auf. Vor allem handle es sich dabei um eingeschränktes oder absolutes Halteverbot, Durchfahrtsverbote bzw. um Doppelungen. Ein Beispiel für Letzteres findet sich in der Wilsnacker Straße in Höhe des Bahnübergangs. Lkw wird hier eindeutig die Fahrtrichtung geradeaus vorgeschrieben. Doch eingangs der Heinrich-Heine-Straße steht ein weiteres Schild, das den Brummis hier die Durchfahrt untersagt.

Aber nicht nur abgebaut werden Verkehrsschilder, "acht neue kommen auch hinzu", ergänzt der Ordnungsamtsmitarbeiter. So wird die Geschwindigkeit auf der Straße zwischen Perleberg und Groß Buchholz auf 70 km/h begrenzt. Gleiches vom Abzweig Lübzow bis nach Groß Linde. "Damit entsprechen wir der Empfehlung des Landes, auf Alleen die Geschwindigkeit entsprechend herabzusetzen", erläutert Kazmierczak.

Wann der Kraftfahrer hier aber ’runter vom Gas muss bzw. auch alle anderen Festlegungen der Signalschau umgesetzt werden, das hänge vor allem davon ab, wie die neuen Verkehrsschilder geliefert werden können und nicht zuletzt auch vom Geld. Denn so ein Verkehrsschild koste zwischen 20 und 120 Euro, Ortstafeln sind am teuersten. Und davon müssen auch zwei erneuert werden, da sie mittlerweile ziemlich blass aussehen. So an der Zufahrt zum Kreiskrankenhaus. Insgesamt sind es 60 Verkehrszeichen, die stark Farbe gelassen haben und ersetzt werden sollen.

Kaum noch sichtbar ist auch die Fahrbahnmarkierung von Perleberg nach Groß Buchholz. Bis zum Abzweig Quitzow, sprich auf 6,2 Kilometern, soll sie, "muss sie erneuert werden", ergänzt der Verkehrsfachmann. Wenn das Wetter mitspielt, werde noch im September mit den Arbeiten begonnen.

Stolze 22 000 Euro kostet die Stadt allein dieses Projekt. Verständlich, dass da jeder Euro schwer wiegt, der außerplanmäßig ausgegeben werden muss, weil Vandalen Schilder demolierten oder Ortstafeln mitgehen ließen. Im vergangenem Jahr entstand der Stadt so ein Schaden von 8348 Euro und auf 1800 Euro blieb sie sitzen, weil kein Verursacher ermittelt werde konnte. In diesem Jahr sind bisher 920 Euro Schaden entstanden. Fest steht: Für 720 Euro wird die Stadt aufkommen müssen. Denn: Täter unbekannt.

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