Uferpromenade : Dem Wasser ganz nah auf der neuen Plattform

Zwischen Sctzmauer und Wasser verläuft die Promenade.
Zwischen Sctzmauer und Wasser verläuft die Promenade.

Stadt krönt alten Stadthafen mit schwimmenden Stahlinseln, die auch als Anleger fungieren

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11. November 2014, 22:00 Uhr

Mit zwei Plattformen, jede gut 20 Quadratmeter groß, die auch als Anlegestelle für Schiffe ihren Zweck erfüllen, krönt die Stadt den Ausbau der Wasserkante zur neuen Promenade zwischen Ölmühle sowie Wasser- und Schifffahrtsamt.

Die Wassererlebnisplattformen, so der offizielle Begriff, sollen im Frühjahr nutzbar sein. Noch in diesem Jahr werden die Dalben eingeschlagen, an denen die Plattformen, die gleichzeitig auch Anleger sind, befestigt werden, informierte der Chef des Wittenberger Bauamts, Martin Hahn. Dank dieser beweglichen Befestigung an den Pfählen, werden die Plattformen bzw. Stege – so wie es bei derartigen Konstruktionen üblich ist – mit steigendem oder sinkendem Wasser ihre Position verändern. Zu erreichen sind die schwimmenden Stahlinseln über zwei Gangways. Niemand müsse Treppen steigen, sagt Hahn. Damit können auch jene, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, die Plattformen erreichen – ausgenommen Zeiten von extremen Wasserständen, bei denen die Neigungswinkel der Gangways eine bestimmte Gradzahl übersteigen. Hahn unterstreicht: „Die gesamte Anlage wird barrierearm sein. Das ist uns als Kommune sehr wichtig.“ Der Liegeplatz der schwimmenden Plattformen wird sich an der Promenade in Höhe des Hauptzugangs, also quasi in Verlängerung des Packhofstrangs befinden.


Disput ums Bezahlen


Da der Anleger Teil der neuen Uferpromenade ist, entstehen der Stadt durch die Förderung keine zusätzlichen Kosten. Kosten kommen langfristig aber auf den Kultur- und Tourismusbetrieb (KSTW) zu, denn er wird für den Unterhalt der Konstruktion verantwortlich sein.

Folglich befassten sich jetzt auch die Mitglieder im KSTW-Werkausschuss mit dem Anleger. Dass die Anlage nicht nur Geld kosten muss, sondern auch etwas einbringen kann, auf diese Idee kamen Bernd Gerhardt (FDP) und Wolfgang Strutz (Linke). Beide argumentierten vor dem Hintergrund, dass der Zuschussbedarf des KSTW im nächsten Jahr erstmals die Zwei-Millionen-Grenze überschreiten wird: „Wir können auf keine Einnahme verzichten.“ Sie stießen allerdings bei ihren parlamentarischen Kollegen auf wenig Gegenliebe. Deren Hauptargument: Das sei in der Praxis nicht umzusetzen, „weil wir ja gar nicht wissen, wer dort Leute ein und aussteigen lässt“. Auch der Verweis von Gerhardt, nicht private Sportbootfahrer seien gemeint, sondern gewerbliche Betriebe, änderte an der überwiegend sehr zögerlichen Haltung kaum etwas. Als Hauptargument tauchte mehrfach die Frage auf: Wie soll das in der Praxis funktionieren?

Entschieden reagiert hingegen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann: „Es war für uns von Beginn an klar, mögliche Einnahmen auch zu realisieren.“ Das bedeutet nach den Worten des Stadtoberhauptes, dass gewerbliche Betriebe dafür zahlen müssen, wenn sie den Anleger fürs Ein- oder Aussteigen von Passagieren nutzen. Als Daueranlegeplatz sind die Plattformen sowieso nicht geeignet und gedacht.


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