ausstellung in Bad Wilsnack : Dem Himmel ein Stück näher

Auf der Empore beginnt die Werkhaus-Ausstellung „Kreative aus der Prignitz III“. Fotos: Martina Kasprzak
Auf der Empore beginnt die Werkhaus-Ausstellung „Kreative aus der Prignitz III“. Fotos: Martina Kasprzak

30 Freizeitkünstler aus dem Werkhaus Rambow stellen bis zum 30. April ihre Werke in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack aus.

svz.de von
03. März 2014, 12:00 Uhr

„Wir schätzen es sehr, dass wir unsere eher bescheidenen Werke in diesem historischen Gebäude ausstellen dürfen“, begrüßte Marion Kluckow am Freitagabend die Gäste zur Vernissage in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack. Die Eigentümerin des Werkhauses Rambow stellte eine beeindruckende Ausstellung „Kreative aus der Prignitz III“ von 30 Freizeitkünstler aus der Prignitz und Berlin zusammen.

Auf der Empore und im Schwibbogen des imposanten Gotteshauses sind bis zum 30. April 70 Werke ihrer „Schützlinge“, unter anderem Bildhauerarbeiten, Aquarelle und Acrylbilder – alles Arbeiten, die im Werkhaus entstanden sind – zu sehen. „Wenn wir die Treppe zur Ausstellung hoch gehen, hat man das Gefühl, man kommt dem Himmel ein Stück näher“, so Marion Kluckow. „Ich wünsche allen ein tolles Kunsterlebnis“, begrüßte Jochen Purps, der Vorsitzende des Fördervereins Wunderblutkirche, die Gäste. „Es ist die sechste Ausstellung, die wir als Förderverein ausrichten. Wir schaffen es aber nicht allein, ständig den Ausstellungsbetrieb aufrechtzuerhalten“, erklärte Purps, der sich somit freute, dass das Werkhaus diese Gelegenheit nutzt.


„Man wird mit der Zeit mutiger“


Ein imposanteres Gebäude hätte man sich für diese Ausstellung auch nicht vorstellen können. „Für uns ist es toll, dass wir hier unsere Bilder zeigen können“, freuen sich Roswitha Gaube und Maria Ahlberg aus Bad Wilsnack. Die beiden Damen gehören zu den Freizeitkünstlern, die regelmäßig im Werkhaus Rambow an den kreativen Workshops teilnehmen. „Ich habe immer gern gemalt, aber in meinem Berufsleben habe ich nie einen Pinsel zur Hand genommen“, erzählt Maria Ahlberg. „Ich bin seit drei Jahren dabei. Ich finde es sehr interessant, die verschiedenen Maltechniken der verschiedenen Künstler zu erlernen“, sagt Roswitha Gaube, die ihre Vorliebe zur Acrylmalerei entdeckte. „Die Farben sind leuchtender und man hat mehr Möglichkeiten.“

Acht-, neun Mal im Jahr lädt Marion Kluckow ihre Teilnehmer zu Workshops ein. „Früher waren bis zu 25 Teilnehmer am Wochenende dabei. Aber da haben wir gesagt, das geht nicht. So sind jetzt die Kurse auf zehn Teilnehmer begrenzt. Das ist harte Arbeit“, sagt die Werkhaus-Eigentümerin. Die Workshops haben immer ein Thema, beschäftigen sich mit einem Künstler wie Monet, Turner, Escher, Nolde oder van Gogh, um nur einige zu nennen. „Wir brauchen diese Leute, um auf unsere Ideen zu kommen. Wir setzen uns mit der Geschichte des Künstlers und seiner Maltechnik auseinander. Jeder Künstler hat einen anderen Pinselstrich“, erklärt Marion Kluckow. Und ihre Freizeitkünstler sind mit großer Leidenschaft dabei. „Man wird mit der Zeit mutiger. Man hat aber auch Tage dabei, dass man denkt, da wird nichts draus. Es braucht alles seine Zeit“, sagen Maria Ahlberg und Roswitha Gaube unisono.


Mit dem Werkhaus einen Traum erfüllt


„Die Prignitzer sind so fleißig, dass ich es kaum fassen kann“, lobt Marion Kluckow ihre Schützlinge aus der hiesiegen Region. Aber auch Freizeitkünstler aus ihrer Heimat Berlin kommen nach Rambow. „Ich komme gern in die Prignitz. Die Landschaft und auch die vielen Aktiven hier inspirieren mich sehr“, sagt die Berlinerin Doris Hoffmann.

Seit 14 Jahren besteht das Werkhaus in Rambow. Marion Kluckow erwarb damals das Grundstück. „Es war eigentlich ein Stall und daraus durfte ich kein Atelier machen. Ich bin Landrat Hans Lange sehr dankbar dafür, dass er die Idee mit dem Werkhaus hatte“, so die Berlinerin, die ihrem Lebenselexier folgte, sich mit der Kunst zu beschäftigen. „Ich mache hier das, was ich kann“, so Marion Kluckow, die früher Lehrerin für Kunst und Deutsch war und sich in der Prignitz einen Traum erfüllte: „Den Charme eines solchen Werkhauses gibt es in Berlin nicht.“ Aber sie will sich künftig ein bisschen zurückziehen, vielleicht nur noch sechs-, sieben Mal im Jahr einen Workshop veranstalten: „Ich finde, ich müsste noch mehr für mich machen.“

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