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Der Prignitzer

21. September 2017 | 10:50 Uhr

Deichsicherung auch unter Wasser

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 05:20 Uhr

Prignitz | Die Deichsicherungstrupps sind derzeit an allen Orten in der Prignitz im Einsatz. Doch während die Feuerwehrleute und THW-Helfer bei ihrer Arbeit zumeist gut zu sehen sind, gilt das für die Polizeitaucher der technischen Gruppe, die die Deiche und Hochwasserschutzanlagen unterhalb der Wasserlinie kontrollieren und verstärken, nur bedingt.

"Vor allem im Bereich zwischen Wittenberge und Garsedow haben wir den Deich zusätzlich mit Folie und Sandsäcken verstärkt, und auch im Raum Quitzöbel waren wir im Einsatz, als dort eine Rutschung die Standsicherheit des Walls gefährdet hat", berichtet Gruppenführer Fred Dumke. Mit insgesamt 13 Beamten ist er vor Ort, davon zehn ausgebildete Taucher. "Dazu kommt natürlich eine ganze Menge Technik, die für den Tauchbetrieb notwendig ist, wie beispielsweise Pressluftflaschen, Sicherheitsleinen und Werkzeuge.

Für die Männer, die sonst Beweismaterial, Leichen oder Munition in Seen und Flüssen suchen und bergen, ist es nicht der erste Hochwassereinsatz, bereits 1997, 2002 und 2006 waren sie bei derartigen Lagen vor Ort, um die Aufgaben zu übernehmen, die die Kräfte vor Ort nicht leisten können. "Im Prinzip machen wir nichts anderes als die Kollegen auf dem Deich", erklärt Dumke. "Konkret haben wir Planen über die Deiche oder aufgeschütteten Sandwälle gezogen und sie unterhalb der Wasserlinie mit Sandsäcken so gesichert, dass sie nicht abrutschen können."

Große Aufmerksamkeit erfordert dabei die Sicherheit. Dafür sind die zwei Taucher, die im Wasser arbeiten, über Sicherheitsleinen mit Kollegen an Land verbunden. "An manchen Stellen hat die Elbe eine starke Strömung, so dass die Gefahr besteht, dass ein Taucher den Halt verliert und abtreibt. Dank der Leine ist das Risiko jedoch überschaubar", erklärt Dumke. Sogar ein eigenes Sanitätsteam steht jederzeit bereit, wenn Taucher der technischen Gruppe ins Wasser gehen. Es ist speziell in Tauchmedizin geschult, um bei Notfällen schnell die richtige Hilfe leisten zu können.

Trotz der Tatsache, dass bei den Arbeiten an der Elbe aufgrund der geringen Tiefe keine Dekompressionszeiten eingehalten werden müssen, werden die Taucher etwa alle drei Stunden ausgewechselt. "Die Elbe hat rund 16 Grad Celsius, da kühlt der Körper trotz Neoprenanzug sehr schnell aus", unterstreicht Fred Dumke die Schwierigkeiten. Dazu komme die schwere Ausrüstung - die Taucher nehmen mehr Bleiballast als üblich mit, um in der Strömung am Boden zu bleiben - und die anstrengende Arbeit durch den Sandsackverbau. "Und natürlich die fehlende Sicht. Bei den vielen Schwebstoffen orientieren sich die Männer fast ausschließlich durch Abtasten der Umgebung." Wie viele Sandsäcke die Gruppe in den vergangenen Tagen unter Wasser verbaut hat, vermag Dumke nicht zu sagen. "Wir haben in jedem Fall knallhart durchgezogen, da kommt auch mal eine 18-Stunden-Schicht zusammen, die einen an die Leistungsgrenze bringt."

Beim Besuch der Kanzlerin in Wittenberge sorgten seine Männer zudem für Sicherheit von der Wasserseite aus. "Mit den Booten, die selbstverständlich auch zu unserer Ausrüstung gehören, haben wir das Ufer gut im Blick gehabt", sagt Dumke, der einst von einer militärischen Tauchereinheit zur Polizei wechselte und in Brandenburg die Polizeitaucher ausbildet.

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