Herbstdeichschau : Deiche sind in einem Top-Zustand

 

 

Experten beenden Herbstschau / Bauarbeiten kommen gut voran, in Breese werden für die L 11 Bäume gerodet

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13. November 2015, 22:00 Uhr

Die Prignitzer Deiche sind in einem Top-Zustand. Zu diesem Fazit kommen die Teilnehmer der Herbstdeichschauen am Ende dieser Woche. „Grund aus Sicht des Landesumweltamtes ist eine über drei, vier Jahren konstante finanzielle Ausstattung für die Pflege“, sagt Bernd Lindow, Leiter der unteren Wasserbehörde beim Landkreis. Dem habe der für die Pflege zuständige Wasser- und Bodenverband nicht widersprochen.

Alle angekündigten Reparaturen seien ausgeführt worden. Der über Monate hinweg anhaltende und teils extrem niedrige Wasserstand habe das begünstigt. „Vor allem wasserseitig konnte am Deichfuß gut gearbeitet werden“, so Lindow.


Wildschweine sind eine Last


Das betrifft auch den Bereich Scharleuk-Sandkrug. Hier laufen die Sanierungsarbeiten auf Hochtouren. Davon konnten sich Teilnehmer der Deichschau überzeugen. Dies ist einer der letzten noch unsanierten Abschnitte, der bei den jüngsten Flutereignissen stets zu den neuralgischen Punkten zählte.

Noch keine Lösung gibt es für die Wildschweine auf dem Mitteldeich bei Quitzöbel. Nach wir vor verursachen die Tiere teils erhebliche Schäden. Die müssen regelmäßig beseitigt werden, was Geld kostet. „Eine Dauerlösung kann das nicht sein, wir suchen nach Wegen, die Wildschweine zu vertreiben“, erklärt Lindow. Von ähnlichen Problemen berichtet das Landesumweltamt an einigen Oderabschnitten. Noch sei es den damit betrauten Experten aber nicht gelungen, eine praktikable Lösung zu finden.


Abriss der alten Plattform


In Wittenberge bekommen die Linden auf dem Deich bis Ende November einen weiteren Pflegeschnitt. Sie hätten zu starke Äste ausgebildet. Eine Fällung ist noch nicht vorgesehen, sondern erst im Zuge des Deichbaus in diesem Abschnitt. Dafür gebe es aber ebenfalls noch keinen Termin, so Lindow.

Konkreter kann er Aussagen für die Plattform an der alten Badeanstalt treffen. Für deren Abriss wird die Planung erarbeitet. Los gehen soll es 2016. Im Gespräch sei eine Alternative, die an die Plattform erinnert und ebenfalls als Aussichtspunkt fungieren könnte.

Lindows Kollege Falko Dietsch hat die Deichschau zwischen Wentdorf und Gaarz begleitet. Auch er spricht von einem sehr guten Zustand, sowohl was den Hauptdeich, als auch die Löcknitzdeiche betrifft. Wildschäden gebe es hier nicht.

Mit der Sanierung des Cumlosener Schöpfwerks sei noch nicht begonnen worden. Bei Mödlich werden fünf Eichen gefällt. Sie seien abgestorben, eine Genehmigung liege vor. Die Wurzeln bleiben bis zum nächsten Jahr im Deichkörper. Diesen jetzt noch großflächig zu öffnen, sei zu riskant.

Einen Schwerpunkt der Deichschau bildete Breese. Einerseits besichtigten die Experten die jüngst übergegeben Bauabschnitte, andererseits registrierten sie den Baubeginn des nächsten Abschnitts. Dieser kombiniert die L 11 und den Deich miteinander.


Baubeginn L 11 in Breese


Ein Meer an Baumstümpfen zeigt schon heute an, wo die Trasse verlaufen wird. „Die Baumfällungen werden in den kommenden Tagen beendet sein“, kündigt Frank Schmidt vom zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen an. Es folgt die Wurzelrodung und die Munitionssuche. Spätestens Anfang Dezember soll mit dem Verlegen der Leitungen begonnen werden. Diese Arbeit sei umfangreich, was die Kosten zeigen: 600 000 Euro. Wenn die Witterung es zulässt, können anschließend die Archäologen ihre Untersuchungen abschließen.

Parallel wird die Ausschreibung des Auftrags vorbereitet. Bis Mai 2018 soll alles fertig sei. Grund für die relativ lange Bauzeit des knapp drei Kilometer klangen Abschnitts sind die Brücken über die Stepenitz und den Flutgraben.

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