Deichbau im Eiltempo

Bleibt als Schutzwall zunächst liegen: der aufgeschüttete Notdeich im Veritas-Park.
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Bleibt als Schutzwall zunächst liegen: der aufgeschüttete Notdeich im Veritas-Park.

Nach der Flut im Juni haben die Arbeiten an mehreren Abschnitten begonnen und 2014 folgt ein Bündel von Maßnahmen

svz.de von
06. Dezember 2013, 00:35 Uhr

Die Schäden nach dem Juni-Hochwasser an den Deichen sind immens, über einzelne Schwerpunkte haben wir bereits mehrfach berichtet. Landkreis und Landesumweltamt haben jetzt eine Übersicht zu den laufenden Arbeiten erstellt.


Scharleuk-Hinzdorf


Besonders schwer geschädigt wurde der unsanierte Elbedeichabschnitt zwischen Scharleuk und Hinzdorf. Er war 2015 zur Sanierung vorgesehen. Wegen der beeinträchtigten Standsicherheit dieses Abschnitts bei höheren Hochwasserereignissen wird der Beginn der Sanierungsarbeiten auf das Frühjahr 2014 vorgezogen. Vorbereitend wird eine Stahlspundwand in den Deich eingebracht. Die notwendigen Baumfällungen sollen zuvor erfolgen. Einwohner wurden bereits informiert. Falls während der Arbeiten ein neues Hochwasser kommt, gebe es einen Notfallplan.


Sandkrug-Bälow


An dem Deichabschnitt zwischen Sandkrug und Bälow mit der Kreisstraße auf der Deichkrone wurde während des Hochwassers auf 600 Meter eine landseitige Deichverstärkung errichtet. Damit ist zunächst Sicherheit bis zur planmäßigen Sanierung dieses Abschnittes gegeben. Baubeginn voraussichtlich 2015/2016.


Rehwischdeich


Bis zur Belastungsgrenze beansprucht war der Rehwischdeich vom DB-Werk bis Weisen Waldhaus. Zur Herstellung der Hochwassersicherheit wurden auch hier umfangreiche Reparaturmaßnahmen vorbereitet und durch eine Ordnungsverfügung des Landkreises Prignitz Baurecht hergestellt. Die vorbereitenden Maßnahmen haben Mitte November mit Holzungsarbeiten begonnen. Nach Auftragserteilung werden die direkten Deichbauarbeiten noch im ersten Quartal 2014 beginnen. Dazu gehören: Neubau der landseitigen Böschung, Beseitigung von Fehlhöhen, Befestigung des Deichverteidigungsweges auf der Krone etc.


Notdeiche und Düne Cumlosen


Im Bereich der Stadt Wittenberge wurden während des Hochwassers im Industriegebiet Süd und auf dem Gelände des Veritas-Parks insgesamt 1220 Meter Notdeiche errichtet. 420 Meter davon können bis zum Bau der planmäßigen Hochwasserschutzanlagen bestehen bleiben. Die Erhaltung dieser Anlagen und deren Pflege ist vertraglich abgesichert.

Die Düne Cumlosen wurde auf 470 Meter verstärkt und erhöht. Im Bereich des Umspannwerkes der Deutschen Bahn wurde ein 530 Meter langer Damm zum Schutz dieser Anlage geschüttet. Diese Bauten bleiben ebenfalls bis auf weiteres bestehen. Das gleiche trifft für den auf dem Betriebsgelände des Werkes der Deutschen Bahn AG errichteten Damm zu.


Breese


Mit oberster Priorität wurde der Hochwasserschutz für Breese in den letzten Wochen im Landesumweltamt bearbeitet. Für die Deichbaulose 1, 3 und 4 sind die Einwendungen der Betroffenen bearbeitet worden.

Der Planfeststellungsbeschluss könnte Anfang 2014 ausgeliefert und daraus folgend die Vergabe der Bauleistungen vorbereitet werden, die dann noch im nächsten Jahr beginnen könnten. Das Baulos 2 für Breese – Verlauf der L 11 auf dem Deich – wird in Federführung des Landesbetriebes Straßenwesen weiter intensiv bearbeitet, zuständige Planfeststellungsbehörde ist das Verkehrsministerium. Vergangene Woche gab es eine Einwohnerversammlung, auf der alle Bauabschnitte vorgestellt wurden (wir berichteten).


Gnevsdorf – Wittenberge


Die restlichen Baulose im XI. Bauabschnitt der Deichsanierung zwischen Gnevsdorf und Wittenberge werden vorbereitet. Seit Ende Februar 2012 besteht für den gesamten Abschnitt Baurecht. Gegen diesen Beschluss liegen zwei Klagen vor. Derzeit führt das Landesumweltamt Vergleichsverhandlungen mit den Klägern, die eine Klagerücknahme zum Ziel haben.

Mit einem Termin zu Einzelfallentscheidungen für die Baumfällungen im Januar 2014 könnte dieser Vergleich und damit die Klagerücknahme erzielt werden. Damit wäre der Fortgang der Sanierungsarbeiten in den restlichen Abschnitten möglich, die dann auch parallel zu den Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz Breese realisiert werden könnten.


Schöpfwerk Cumlosen


Das Schöpfwerk Cumlosen hat insbesondere bei Hochwasser eine wichtige Funktion für die Entwässerung im Stadtgebiet von Wittenberge. Der baulich und technisch schlechte Zustand des Schöpfwerks hat sich während des zurückliegenden Hochwasserereignisses negativ ausgewirkt. Die Planung zur Sanierung dieses Schöpfwerkes ist in den nächsten Wochen abgeschlossen. Der Beginn der Sanierungsarbeiten ist für das Jahr 2015 vorgesehen.


Sofortmaßnahmen


Das Landesumweltamt hat eine Reihe von Sofortmaßnahmen angeordnet. Dazu zählt der fachgerechte Ausbau der Stubben von ca. 20 Bäumen, die während des Hochwassers im Zuge der Gefahrenabwehr in und am Elbedeich gefällt wurden. Baubeginn soll Frühjahr 2014 sein. Die Reparatur der Schwachstelle in Müggendorf in Höhe Pegelhaus wird durchgeführt.

Auf dem Gelände der Becker Umweltdienste wird durch den Bau einer Hochwasserschutzwand auf 320 Metern eine Lücke geschlossen. Realisierung voraussichtlich 2014. Eine weitere Lücke wird im Industriegebiet Süd zwischen der bestehenden Hochwasserschutzwand und der Baustoffdeponie durch den Bau einer Hochwasserschutzwand auf 200 Meter geschlossen. Auch das soll 2014 geschehen. Ebenfalls für das nächste Jahr ist der Rückbau der Sandsackdeponien auf den -füllplätzen Bälow und Kuhblank vorgesehen. Der Planungsauftrag zur Verwendung der Baustoffe für den Hochwasserschutz ist erteilt.


Bauarbeiten fortgesetzt


Einige Baumaßnahmen haben sich durch das Juni-Hochwasser verzögert und laufen mit Hochdruck weiter. Dazu zählen die 1,9 Kilometer Zwischendeich bis Garsedow - Karthaneabschlussdeich. Der Deichkörper ist fast vollständig aufgebaut, die hydraulische Schlitzwand wird in diesen Tagen fertig gestellt. Damit ist die Hochwassersicherheit gewährleistet. Mit der für Mai 2014 geplanten Rasenansaat wird die Maßnahme beendet.

Die Spundwand an der Elbuferpromenade in Wittenberge ist komplett gerammt und deren Verklinkerung fast fertig gestellt. Damit ist Hochwassersicherheit gegeben. Aufgrund der Unterbrechung während des Hochwassers verlängert sich die Bauzeit voraussichtlich bis Anfang 2014.

Im Schöpfwerk Karthane sind alle neuen Pumpen im Zuge der Sanierung eingebaut und funktionstüchtig. Damit ist die Funktion des Schöpfwerkes für den Hochwassereinsatz gewährleistet, Abschluss der Gesamtbaumaßnahme ist 2014 vorgesehen.


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