Hochwasserschutz : Deich bis Schadebeuster muss warten

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Landesumweltamt konzentriert Kräfte auf die besonders kritischen Abschnitte

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18. Februar 2014, 08:00 Uhr

Der Deichausbau zwischen Hinzdorf und Schadebeuster auf die neue Bemessungshöhe 7,99 Meter plus einem meter Freibord wird vielleicht erst in vier oder fünf Jahren erfolgen. Das Landesumweltamt, das für die Herrichtung der Deiche zuständig ist, konzentriere sich beim Ausbau auf jene Abschnitte, bei denen im Interesse des Hochwasserschutzes dringender Bedarf bestehe. „Wir haben Abschnitte, die weit kritischer sind als der zwischen Hinzdorf und Scharleuk.“ Diese Worte von Thorsten Thaddey, zuständiger Referatsleiter im Landesumweltamt, auf der jüngsten Sitzung des Wittenberger Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung werden nicht mit ungeteilter Freude aufgenommen.

Uwe Peetz hat sein Grundstück direkt an der Elbe bei dem genannten Abschnitt. Zehn Jahre ziehe sich das Planungs- und Bauverfahren jetzt schon hin, sagt Peetz. Das sind zehn Jahre, in denen Grundstückseigentümer keine Planungssicherheit hätten. Peetz sagt: „Wir befinden uns seit dieser langen Zeit in der Warteschleife.“

Auch für die Kameraden der Feuerwehr Hinzdorf ist es nach den Worten von Peter Ehrhorn, Kamerad und Ortsvorsteher von Zwischendeich, wichtig, dass der rund 300 Meter lange Deichabschnitt endlich auf die Bemessungshöhe gebracht wird. „Es ist ein komplizierter Abschnitt, der für uns schwer zu verteidigen ist. Das hat das Hochwasser im Juni uns sehr deutlich gezeigt“, so Ehrhorn.

Das Landesumweltamt hat Verständnis für die Sorgen der Hinzdorfer. Thaddey verweist aber darauf, „dass wir letztlich in der Vergangenheit die Deichabschnitte umgesetzt haben, die uns am dringendsten erschienen“. Beim Hochwasser habe sich gezeigt, dass das der richtige Einsatz der Mittel zum Hochwasserschutz war. Nachdrücklich wies Thaddey Vermutungen zurück, dass die besagten 300 Meter nur deshalb nicht angepackt wurden, weil Bürger von ihrem Recht auf Widerspruch Gebrauch machten. „Was wir finanziell und personell konnten, haben wir getan. Eine Klage hat uns nicht nach hinten geworfen.“ Auf Nachfrage präzisierte der Referatsleiter, das Landesumweltamt sei mit einem klagenden Bürger im Gespräch. Thaddey sagt: „Wir sind auf gutem Weg, eine Lösung zu finden.“

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