Hochwasserschutz : Deich bei Bälow wird saniert

Bälowliegt in diesem Kartenausschnitt rechts unten. Rot markiert ist die etwa einen Kilometer lange Deichstrecke, die saniert werden soll. Sie endet bei Sandkrug. Grafik: Pöyry Deutschland GmbH
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Bälowliegt in diesem Kartenausschnitt rechts unten. Rot markiert ist die etwa einen Kilometer lange Deichstrecke, die saniert werden soll. Sie endet bei Sandkrug. Grafik: Pöyry Deutschland GmbH

Baustart noch in diesem Herbst / Danach folgt die Kreisstraße / Gesamtprojekt soll über ein Jahr in Anspruch nehmen

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07. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ein wichtiges Teilstück für den Hochwasserschutz soll im September in Angriff genommen werden: der Deich bei Bälow. Genauer geht es um den etwa ein Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Ort bis kurz hinter der Kurve bei Sandkrug. Die Ausschreibung durch das Landesamt für Umwelt läuft. „Es handelt sich um einen besonderen Deichabschnitt, denn es ist nicht alltäglich, dass eine Kreisstraße auf dem Deich verläuft“, sagte Rainer Fritze vom Planungsbüro Pöyry aus Perleberg. Er stellte die Baupläne den Einwohnern von Bälow in einer Versammlung in der Gaststätte Ploigt vor. Etwa zwei Millionen Euro soll der Deichausbau kosten.

Vorgesehen ist, den Deichkörper erheblich zu verstärken. Der Deich wird breiter und im Mittel etwa einen Meter höher als bisher. Somit wird das neue Teilstück ein Gefälle besitzen und im Verlauf wieder an die Ist-Straße hinuntergeführt. An der Wasserseite wird der Deichfuß nicht verändert. „Dort wird die neue Böschung mit einer Dichtung angelegt“, so Fritze. Um starkem Wellenschlag widerstehen zu können, wird die Böschung an der Wasserseite mit Pflastersteinen befestigt. „Dabei handelt es sich um je 30 mal 30 Zentimeter große, berillte Steine, die im Lauf der Zeit begrünt werden. Über die Steine kommt eine Schicht aus Muttererde“, so Rainer Fritze. Die Kreisstraße, die nach dem Deich in Angriff genommen und als gesondertes Projekt ausgeschrieben wird, soll auf sechs Meter Breite anwachsen. Ergänzt durch je 1,50 Meter breite Bankette wird die Deichkrone dann neun Meter breit sein. Im Bereich der scharfen Kurve bei Sandkrug wird die Fahrbahn auf 7,25 Meter aufgeweitet.

Für den Anschluss an die Düne wird die Straße auf das dortige Ist-Niveau hinabgeführt. Da es sich nicht um einen klassischen Deich mit den entsprechenden Vorgaben handelt, werden die Experten an dieser Stelle anders verfahren. „Dort planen wir eine Geländeanpassung. Die Sollhöhe der Straße soll so weit wie möglich in die Düne hineingezogen werden“, erklärte Fritze. Der Waldboden wird abgetragen, Boden aus dem Deich eingebracht und verdichtet und dann mit Waldboden abgedeckt. „Die fehlende Dichtung wird kompensiert durch eine breitere Bauart auf etwa sieben Meter, soweit das an den Bäumen möglich ist.“ Die Maßnahmen sollen nicht in der Vegetationszeit, sondern im Winter erfolgen. Baumfällungen schloss Fritze aus und sprach von Rückschnitten im Unterholz.

Für den Weg von Sandkrug in Richtung Bälower Sommerdeich soll eine Dauerlösung als Lückenschluss geschaffen werden. „Mit Mischboden wird ein Damm profiliert, der zehn Meter breit und mit einer flachen Böschung angeneigt ist, so dass Radfahrer ihn gut überfahren können“, erläuterte Fritze. Für die Grundstückszufahrten wird eine Schotterstraße angelegt. Die Lücke von Sandkrug kommend rechts ab in die Schneise, wo es zu den Bungalows geht, soll mit einer dauerhaften Geländeanpassung geschlossen werden. Der Deichbau liegt in Verantwortung des Landesamtes für Umwelt und soll direkt in den zweiten Teil – die Kreisstraße mit Schottertragschicht und Asphaltaufbau – übergehen. Für diese ist die Kreisstraßenmeisterei zuständig. Insgesamt soll das gesamte Bauvorhaben etwas mehr als ein Jahr dauern und Ende 2017 abgeschlossen sein.

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