“Würfel“ : Debatte um Zukunft des „Würfels“

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Im Hauptausschuss herrscht mit Blick auf die städtische Kitalandschaft Uneinigkeit

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29. November 2017, 12:00 Uhr

Eigentlich soll die Jugendfreizeiteinrichtung „Würfel“ in der Bad Wilsnacker Straße ab kommendem Jahr in Trägerschaft des Vereins SOS Kinderdorf übergehen. Ein entsprechender Beschlussvorschlag für die Stadtverordnetenversammlung (SVV) kommenden Mittwoch ist ausgearbeitet.

Doch das Thema sorgte am Montagabend im Hauptausschuss noch einmal für Gesprächsbedarf. Grund dafür ist die bisher noch unklare Zukunft der Kindertagesstätten in freier Trägerschaft von Bärbel Mernitz, die in finanzieller Schieflage sind (wir berichteten). Derzeit gibt es noch keine offizielle Mitteilung, ob die Einrichtungen schließen müssen. Sollte dies der Fall sein, müssten neue Betreuungsplätze für die Kinder gefunden werden. „Der ,Würfel’ war früher auch mal eine Kita. Deswegen wäre ich dafür, diesen Beschlussvorschlag zurückzustellen. Denn der Platzbedarf ist größer als die Kapazitäten, die die Stadt derzeit bieten kann“, führte Ausschussmitglied Bernd Gerhardt (FDP) an. Es bestünde keine Not, den Träger jetzt zu wechseln, dieser Schritt könne auch im nächsten Jahr erfolgen, wenn die Lage bei den Kitas klar ist.

Dem widersprach Gordon Hoffmann (CDU). „Ich verstehe die Sorge um die Kinderbetreuung. Eine Rückstellung des Antrags wäre aber nicht der richtige Weg.“ Die Kinder könnten nicht einfach in den „Würfel“ geschickt werden, „sondern man benötigt auch entsprechendes Personal und ein Konzept“. Auch Marcel Elverich sprach sich stellvertretend für die SPD gegen eine Rückstellung des Beschlussvorschlags aus. „Das Gebäude wird zur Nutzung an den SOS-Verein übergeben und fällt damit nicht völlig aus dem Bestand, so dass man noch einen Zugriff hat. Es geht ja auch um die Kapazitätsauslastung des ,Würfels’. Beide Themen sind unterschiedlich zu handhaben, so dass der Antrag nicht zurückgestellt werden muss.“

Bürgermeister Oliver Hermann, der dem Hauptausschuss vorsitzt, erklärte auf „Prignitzer“-Anfrage am Dienstag, dass die Tür für den „Würfel“ aus Ausweichquartier zur Kinderbetreuung nicht zu sei. „Der Gedanke, einige Räume dafür zu nutzen, ist nicht neu. Dann bräuchte man aber eine entsprechende Betriebserlaubnis und Personal.“ Außerdem, so Hermann, sei die Beschlussvorlage für die Stadtverordneten eine Grundsatzentscheidung. „In einem Teilsatz könnte festgelegt werden, dass die Trägerschaft auf SOS übergeht unter dem Vorbehalt der Entwicklung der Kita-Landschaft.“ Letztlich empfahl die Mehrheit im Hauptausschuss den Beschlussvorschlag für die Stadtverordnetenversammlung.

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