"Das zeigt, dass wir immer mehr Prignitz werden"

Medienbranche zeigt Flagge: Medienkaufmann Lucas Anskat (l.) und 'Prignitzer'-Volontärin Lisa Kleinpeter  geben einen ersten Einblick.
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Medienbranche zeigt Flagge: Medienkaufmann Lucas Anskat (l.) und "Prignitzer"-Volontärin Lisa Kleinpeter geben einen ersten Einblick.

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11. November 2012, 08:15 Uhr

Perleberg | Auf zehn Reihen verteilt drängten sich am Sonnabend die über 70 Aussteller der mittlerweile zwölften Berufsstartermesse in der Perleberger Rolandhalle und präsentierten sich dem regionalen Nachwuchs. Egal, ob nun Ausbildungsbetrieb sucht Lehrling, Schüler sucht Praktikum oder Hochschule sucht Student - zwischen 10 und 13 Uhr konnten auf der Go! jegliche Kombinationen mit Fachleuten besprochen werden.

Diese Chance ergriffen rund 1400 Gäste, die eine große Auswahl an regionalen und überregionalen Betrieben und Einrichtungen vorfanden. So war auch Stephanie Dahms mit ihrer Mutter auf die Messe gekommen, um sich vor allem über regionale Angebote zu erkundigen. "Ich bin kurz davor, mein Abitur zu machen und möchte mich gern über die Möglichkeiten im Landkreis informieren. Denn ich möchte gern in der Region bleiben, da ich hier aufgewachsen bin und mich mit der Prignitz verbunden fühle", erklärt die 17-Jährige. Das dieser Grundgedanke allerdings nicht den Hauptausschlag für die Berufswahl gibt, dafür sorgt wohl auch ihre Mutter, die zur Unterstützung mitgekommen war. "Ich will nirgends ’reinreden, denn meine Tochter hat eigene Vorstellungen, aber man kennt sein Kind ja am besten und ich sage dann: Sei offen und versteif’ dich nicht auf eine Richtung, denn du sollst an dem Beruf einmal Freude haben", erklärte die Perlebergerin.

Dass vor allem die regionalen Unternehmen auf die Heimatverbundenheit der jungen Menschen setzen, wurde ebenfalls deutlich. So auch die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, die die Messe zusammen mit dem "Prignitzer" und dem Regionalen Wachstumskern, organisierte. "Wir sind eine Regionalbank, leben mit und von den Kunden. Hier können wir junge Leute und Unternehmen zusammenbringen", verdeutlichte Marketing- und Vertriebsleiterin Annette Woitzick. Deshalb sei vor zwölf Jahren die Idee zur Messe geboren worden. "Mittlerweile ist hier die erste Kontaktaufnahme, bei der wir den Bezug und das Interesse wecken", ergänzte Personalleiterin Doreen Preetz, die mit fünf Auszubildenden vor Ort war.

Ebenfalls große Unterstützung durch vier Lehrlinge hatte sich Anke Meyer mitgebracht, die am Stand der Coiffeur GmbH anzutreffen war. "Wir sind von Anfang an auf der Go! dabei und bilden regelmäßig aus, deshalb suchen wir immer geeignete Lehrlinge, die Spaß am Kunden und am Haar haben", schilderte das Mitglied der Geschäftsführung. Das Besondere an der Ausbildung sei der Wechsel innerhalb der acht Standorte in den vier Städten Wittenberge, Perleberg, Karstädt und Kletzke. "Jeder Salon ist anders und dieses Spektrum sollen unsere Azubis auch kennen lernen", beschrieb Meyer, während die vier Lehrlinge beim Schaufrisieren die Blicke auf sich zogen.

Einer musste draußen bleiben

Ebenfalls im Mittelpunkt stand Johannes Neumann und sein "Stand". Jedoch musste er sich vor der Rolandhalle positionieren, denn er hatte einen Traktor der Marke Fendt mit zur Berufsmesse gebracht. "Das erregt natürlich Aufsehen und macht was her, aber ich hätte auch gern drin gestanden", gibt der gelernte Automobilverkäufer zu, der stellvertretend für die Harald Bruhns GmbH Fragen zur Land-, Forst- und Gewerbetechnik beantwortete. "Die Interessenten kommen zu mir und dann hat man schon gute Fachgespräche", so Neumann. Einer davon war Travis Flaßhoff, der bereits zum dritten Mal an diesem Tag das Gespräch suchte. "Ich komme hier einfach nicht weg, weil ich einen Ausbildungsplatz in der Landwirtschaft haben möchte", verdeutlichte der 21-Jährige, der von Neumann das Versprechen bekam, sich beim Chef vorzustellen zu dürfen und so einem Praktikum oder einem Ausbildungsplatz näher zu kommen.

Doch nicht nur regionale Unternehmen nutzten die Möglichkeit sich zu präsentieren. Auch Unternehmen aus anderen Bundesländern und Hochschulen waren zahlreich vertreten. So die Europäische Sportakademie Land Brandenburg, die sich regionale Unterstützung an ihren Stand geholt hatte. "Wir bilden zum Sportassistenten aus, bieten zwei Studiengänge an und haben auch schon viele Schüler aus dem Bundesgebiet, aber wenige aus dieser Region. Deshalb sind wir hier und haben auch Schüler mitgebracht, die aus Perleberg und Wittenberge stammen", erzählt Axel Röhr, der Informatik und Wirtschaft unterrichtet. Wenige Meter entfernt, am Stand der Hochschule Wismar, an dem Jessica Bernert mit Fragen überhäuft wurde, hat man das Studium ebenfalls thematisiert. "Hochschulen sind traditionell eng mit der Wirtschaft verbunden, deshalb bieten wir viele duale Studiengänge an", so die Koordinatorin, die von den konkreten Vorstellungen der Suchenden begeistert war. "Das Schwierigste ist die Findungsphase. Wenn sich jemand entschieden hat, ob es in den Ingenieur-, Wirtschafts- oder Kreativbereich gehen soll, können wir konkrete Wege aufzeigen", so Bernert.

Kreativität wird auch in der Medienbranche gefordert, die an diesem Tag in Form des "Prignitzers" anwesend war. "Die Schüler denken bei der Welt der Medien oft nicht an die Arbeit und die Berufe, die dahinter stehen. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit und informieren", führte Geschäftsstellenleiterin Isabel Beckmann an, bevor sie den Hauptgewinn des Tages, Konzerttickets im Wert von 200 Euro, an die 15-jährige Karima Glienewinkel aus Perleberg übergeben konnte. Diese hatte ausreichend Informationsgespräche geführt und konnte daher mit ihrer Gewinnspielkarte teilnehmen.

Die Organisatoren zogen anschließend auch in diesem Jahr ein positives Fazit. "Ich habe den Eindruck, dass es jedes Jahr deutlich mehr Besucher werden", so Annette Woitzick von der VR-Bank und die Geschäftsstellenleiterin des "Prignitzers" resümierte: "Früher kamen die Unternehmen aus dem Umkreis von zehn bis 20 Kilometern, heute auch aus Pritzwalk oder Wittstock. Das zeigt, dass wir immer mehr Prignitz werden."

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