B 5 : Das wird teuer

Die B5 im Bereich der Gemeinde Karstädt soll mit Fertigstellung der A14 zur Gemeindestraße abgestuft werden.
Die B5 im Bereich der Gemeinde Karstädt soll mit Fertigstellung der A14 zur Gemeindestraße abgestuft werden.

Im Zuge des A 14-Neubaus wird die Bundesstraße im Bereich Karstädt herabgestuft

von
16. September 2015, 07:00 Uhr

Der Bau der A 14-Trasse im Bereich der Gemeinde Karstädt steht kurz vor der Vollendung. Auf den letzten Metern läuft alles nach Plan, wie bis dahin das gesamte Vorhaben. Bis Jahresende sollen die 11,5 Kilometer für den Verkehr frei gegeben werden.

Und in diesem Atemzug stellt sich die Frage: Was wird dann aus der Bundesstraße 5 die parallel zur A 14 durch die Gemeinde Karstädt verläuft? Fakt ist, eine in Parallellage und unmittelbarer räumlicher Nähe zu einer neu gebauten Autobahn verlaufende Bundesstraße verliert regelmäßig ihre Bestimmung, dem weiträumigen Verkehr zu dienen. Also wird die B 5 mit rund zwölf Kilometern Länge im Bereich Karstädt herunter gestuft. Aber nicht zur Landesstraße. „Das kommt nicht in Betracht, da sie nicht mehr als überörtliche Verbindung zählt. Es bleibt nur eine Einstufung als Kreis- oder Gemeindestraße“, erklärte Frank Schmidt, Regionalbereichsleiter des Landesbetriebs für Straßenwesen Brandenburg West.

„Wir können sie uns als Gemeindestraße nicht leisten“, betont Bürgermeister Udo Staeck. Doch genau das blüht der Gemeinde. Denn der Landkreis Prignitz hatte mit Erfolg gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt, der die Umstufung der B 5 zur Kreisstraße vorsah. In dem Planfeststellungsbeschluss vom 30. März 2012 hieß es damals, dass die B 5 weiter dem überörtlichen Verkehr innerhalb des Landkreises Prignitz dienen werde. Das hat das Bundesverwaltungsgericht, vor dem der Kreis geklagt hat, verneint. Die künftige B 5 (alt) sei nach dem Urteil vom 3. Mai 2013 eine Gemeindeverbindungsstraße zwischen den der Gemeinde Karstädt zugehörenden Ortsteilen Karstädt und Groß Warnow. Eine Gemeindeverbindungsstraße muss nicht „nur“, sondern lediglich „überwiegend“ dem örtlichen Verkehr dienen, wie es im Brandenburgischen Straßengesetz heißt.

Doch das nimmt die Gemeinde nicht hin. „Wir haben jetzt beim Land dagegen Widerspruch eingelegt“, erklärten Bürgermeister Udo Staeck und Bauamtsleiter Christian Gadow. Staeck verdeutlicht: „Der jetzige Zustand der B 5 ist verdammt schlecht. Durch den starken Lkw-Verkehr in den vergangenen Jahren und besonders durch den Schwerlastverkehr während der Bauphase der A 14 ist die Schwarzdecke runtergefahren. Sie müsste vollständig saniert werden. Wir können es uns nicht leisten, dort eine neue Tragdecke aufzutragen.“ Und Staeck ist sich sicher: „Wir gehen davon aus, dass sich der Verkehr auf der B 5 nicht deutlich reduzieren wird. Zumindest werden die Lkw sie weiter benutzen, denn sie werden versuchen, die Maut zu umfahren.“

Und das Karstädter Gemeindeoberhaupt kündigt schon mal an: „Wenn die A 14 freigegeben ist, werden wir eine Verkehrszählung auf der B 5 machen lassen.“ Denn bislang liegt nur eine Modellrechnung vor, die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts berücksichtigt wurde. Sie besagt, dass nach der Fertigstellung der A14 mit einem zu erwartenden Verkehr auf der B 5 unterhalb der Nachweisgrenze von 2000 Kfz innerhalb von 24 Stunden zu rechnen sei. Ein weiterer Punkt ist für die Gemeinde die Bewirtschaftung. Auf den gut zwölf Kilometern müsste der Winterdienst gesichert sein und entlang der Strecke die Baumpflege.

Kosten, so der Bürgermeister, die die Gemeinde nicht stemmen kann. Die Karstädter Verwaltung wird alles versuchen, die B 5 nicht übergestülpt zu bekommen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen