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Internationale Tagung auf Burg Lenzen : Das Umweltrecht im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Netzwerk von Naturschutzanwälten konferierte fünf Tage auf der Burg Lenzen. Der Trägerverbund sieht das internationales Treffen als Aushängeschild.

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Prozesse, Paragrafen und Gerichtsurteile – und das alles mit Blick auf den Umweltschutz: Über diese zentralen Themen tauschten sich in den vergangenen fünf Tagen 75 Anwälte aus mehr als 30 Ländern auf der Burg Lenzen aus. Eingeladen hatte dazu das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU), dessen Fachgebiet Umweltrecht Mitglied in der Organisation eLAW ist, einem weltweiten Netzwerk für Umweltrecht.

„eLAW veranstaltet einmal jährlich eine Konferenz, bei der Umweltanwälte aus der ganzen Welt zusammen kommen und sich über nahezu alle Facetten ihres Fachgebiets austauschen“, sagt Dr. Michael Zschiesche, Fachgebietsleiter beim UfU. Dazu gehörten aber nicht nur die Betrachtung konkreter Umweltprozesse, beispielsweise gegen die Industrie oder Behörden sowie dazugehörige Urteile und Gesetze, erklärt der Organisator. „Ebenso wichtig ist es, das Umweltrecht entsprechend zu kommunizieren, Aufmerksamkeit für Verfahren zu generieren, vor allem in den Industrienationen, die indirekt in viele Umweltkatastrophen in Schwellen- und Entwicklungsländern involviert sind. So gab es einen entsprechenden Kommunikationsworkshop. Weitere Themen waren die Finanzierung langwieriger Prozesse oder der eigene Schutz, denn in vielen Ländern werden Juristen, die sich mit Konzernen anlegen, bedroht.“ Hier gehe es vor allem um den Erfahrungsaustausch untereinander“, so Zschiesche.

Aus genau diesem Grund lohne es sich, bei dem Treffen dabei zu sein, betont Samantha Atukunada aus Uganda. Die junge Anwältin unterstützt eine Umweltorganisation in ihrem Heimatland, die Regeln zum Schutz des Klimas auf nationaler Ebene durchsetzen will. „Das Netzwerk bietet die Chance, sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu profitieren. Und bei einem solchen Treffen kann man den Kollegen mal ins Gesicht schauen, die man sonst nur vom Telefon oder durch den Mailkontakt kennt.“

Für die Burg Lenzen und das Besucherzentrum ist die Tagung ein Aushängeschild. „30 Nationen aus der ganzen Welt hier vor Ort zu haben, und dann auch noch mit einer Tagung, in der der Umwelt- und Naturschutz die zentrale Rolle spielen, das ist schon eine große Auszeichnung für uns“, sagt Susanne Gerstner vom Trägerverbund Burg Lenzen. Die gute Resonanz zeige, dass das Gesamtkonzept der nachhaltigen Hotelerie und Gastronomie in Verbindung mit dem Standort im Biosphärenreservat eine bestimmte Klientel anspreche. „Das ist nicht die Masse, klar, aber eine interessante Nische“, sagt Gerstner und verweist darauf, dass die Naturschutzprojekte in der Umgebung gerade für diese Zielgruppen interessant seien. „Für die Tagungsgäste haben wir Spaziergänge, Rad- und Bootstouren rund um das Deichrückverlegungsprojekt organisiert. Und die Resonanz war überwältigend.“

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