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Der Prignitzer

21. November 2017 | 11:13 Uhr

Karrieretag : Das Ringen um die Azubis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Urlaub, Vergütung, Jobgarantie – Ausbilder werben auf dem Karrieretag im OSZ um Schüler

von
erstellt am 13.Feb.2017 | 16:25 Uhr

27 Tage Urlaub im Jahr, Weihnachten und Silvester im ersten Ausbildungsjahr frei. Diese Information empfängt Besucher am Stand der Schule für Gesundheitsberufe auf dem Karrieretag am Sonnabend. „Urlaub und die Vergütung interessiert die Jugendlichen“, sagt Celine Könning und berichtet: „793,27 Euro im ersten Ausbildungsjahr. Ab dem zweiten gibt es eine leistungsbezogene Vergütung. Bis zu 1006 Euro sind möglich“, sagt Könning die im zweiten Jahr lernt.

Man müsse eine Gefühl für kranke und ältere Menschen haben, immer höflich sein. Die Ausbildung sei anstrengend, viele Klausuren gehören dazu und für die muss richtig gelernt werden. „Aber ich habe es nicht bereut und der Job hat Zukunft“, meint Celine Könning.

Dem stimmt Claudia Thiede am Nachbarstand zu. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin wirbt für eine Ausbildung im Evangelischen Seniorenzentrum „Willi Kupas“ in Wittenberge. „In ganz Deutschland werden Altenpfleger gesucht, aber dieser Beruf ist eine Berufung. Man muss ihn im Herzen tragen“, sagt sie. Ab 16 Jahren sind Praktika im Haus möglich, Schulpraktika auch früher. So lasse sich am besten herausfinden, ob einem diese Arbeit liegt, meint Gabriel Wittschack, der im zweiten Jahr lernt und keine Angst vor Arbeitslosigkeit hat.

Mehr als 30 regionale Firmen sind ins Oberstufenzentrum gekommen, um Schüler zu informieren, Lehrlinge zu finden. Jana Ojinski hatte Glück im vergangenen Jahr: „Das Gespräch war gut, ein Praktikum folgte und jetzt haben wir den Schüler zum kommenden Lehrjahr eingestellt“, sagt die Geschäftsführerin der CNC-Präzisionsfertigung Ojinski GmbH in Rühstädt.

Auf dieses Glück hofft auch Klaus Voigt vom Schlachtbetrieb Vion in Quitzow. Die Fleischer-Ausbildung hat er auf dem Plakat durchgestrichen. „Wir bieten sie seit diesem Jahr nicht mehr an“, erklärt er. Vergangenes Jahr gab es nur drei Bewerber. „Wir haben sie alle eingestellt, nach sechs Wochen gaben sie auf. Ungünstige Arbeitszeiten, schwere Arbeit sind die Gründe“, sagt Voigt.

Für den Beruf der Bürokauffrau erhielt er vor 20 Jahren bis zu 100 Bewerbungen, heute seien es mit Glück mehr als zehn. Ein Schicksal, das er mit vielen Prignitzer Betrieben teilt. Dankbar ist Voigt, dass das Berufliche Bildungszentrum nach zweijähriger Pause wieder ein duales Studium für Betriebswirte anbietet. „Das ist ganz wichtig für uns und ein Standortvorteil“, meint er. Das fehlende Angebot habe sich sofort bemerkbar gemacht. Danny Exner hat diese Chance genutzt, bei Vion Fleischer und Industriekaufmann gelernt, mittlerweile den Bachelor für Betriebswirtschaft abgeschlossen. Um ihn als Führungskraft im Betrieb und in der Region zu halten, musste sein Chef tief in die Kasse greifen, sagt Exner. „Ich habe es getan, aber nicht bereut“, stimmt Klaus Voigt zu.

Unter den Schülern sind zahlreiche Flüchtlinge. „Ich lerne beim Meyenburger Elektro-Bau“, sagt Farhad. heute hilft er seinen Freunden Obeid und Jahja eine Lehrstelle zu finden. Sie kommen aus Afghanistan bzw. dem Iran und haben bereits gut die deutsche Sprache erlernt.

 

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