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Renaturierung an der Stepenitz : Das Putlitzer Wehr wird abgerissen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Anlage ist nicht abgezahlt − Pläne für Burggraben und Mühlenteich blockiert.

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 16:54 Uhr

Im Zuge der Renaturierung der Stepenitz soll auch das Wehr in Putlitz abgerissen werden. Darüber informierten Vertreter des Landesumweltamtes am Donnerstagabend die Stadtverordneten. Die Anlage entspreche nicht mehr aktuellen Anforderungen und solle daher voraussichtlich durch eine Sohlgleite ersetzt werden. Damit würde die Durchgängigkeit des Flusses für Fische und andere Wassertiere hergestellt werden. Das Landesumweltamt sagte zu, die Stadt regelmäßig über den Planungsstand für das mittelfristig angelegte Projekt zu informieren.

Bei den Stadtverordneten löste die Ankündigung eher ablehnende Reaktionen aus. Mit dem Abbruch des Wehres würden bisherige Konzepte der Kommune für den Erhalt des Mühlenteiches und den Anschluss des Burggrabens an die Stepenitz blockiert.

Bürgermeister Bernd Dannemann kündigte an, sich mit der Bürgerinitiative zum Erhalt des Mühlenteiches zusammen zu setzen und über die neue Lage zu beraten. Bereits jetzt seien viele Bürger unzufrieden mit dem durch die geringe Stauhöhe verursachten Landschaftsbild. In einigen Bereichen könnten schon Wattwanderungen angeboten werden. Mehrere Abgeordnete verwiesen auf die vorhandene gute Wasserqualität. Oberhalb de Wehres würden sogar Lachse geangelt, was für ein intaktes Ökosystem spreche.

Den Bürgermeister bewegt zudem ein anderes Problem. Putlitz zahlt noch die Baukosten für das Wehr ab, das abgerissen werden soll. „Wenn das wie angekündigt geschieht, sehe ich keinen Grund und keine Möglichkeit, die Verbindlichkeiten zu bedienen.“ Ohnehin ist der Bürgermeister erstaunt, dass die vorhandene Anlage mit dem Segen der Landesbehörden ohne Fischtreppe gebaut wurde, womit nun der Abriss begründet wird. Es gebe seit Jahren eine Entwicklung, dass im Land bei Entscheidungen Fische mehr berücksichtigt würden als die Interessen und Wünsche der Menschen, die an den Gewässern lebten, so Dannemann.

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