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Elblandfestspiele : Das Publikum ist verzaubert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Elblandfestspiele überraschen mit einem außergewöhnlich großem Musikmix

von
erstellt am 16.Jul.2017 | 20:45 Uhr

Er steht das erste Mal auf der Elblandbühne und das anzutretende Erbe von Madeleine Wehle ist groß. Charmant flirtet Moderator Jens Riewa mit den Gästen, schickt sich an, die Herzen der Zuschauer im Sturm zu erobern: „Sie sind das bestaussehende Publikum und ich habe mich in Wittenberge verliebt.“

Als ob das nicht reichen würde, setzt Riewa nach, hält einen winzig kleinen Schlüssel in die Kamera: „Dieser Schlüssel öffnet Herzen“, haucht er ins Mikro und die Gunst des Publikum ist ihm gewiss.
Die 18. Elblandfestspiele werden zu einem Balanceakt zwischen Festhalten an Erprobtem und neuen Wegen. Mit dem Motto „Ein Sommer an der Elbe – Welthits in Wittenberge“ fehlt nahezu jeglicher musikalische Rahmen. Während die vergangenen Jahre einem Land gewidmet waren, können die Macher heute in einen riesengroßen Topf hineinlangen, sich Filetstücke herauspicken.

Davon machen sie reichlich Gebrauch. Die knapp 3000 Besucher erleben annähernd 60 verschiedene Titel und mancher Stilwechsel erfolgt so rasant, als ob zwei Konzerte gleichzeitig gespielt werden. Gerade noch erklingt „Hello Dolly“ aus dem gleichnamigen Musical, summen wir schon „Summer Wine“ und reisen mit Rumbarhythmen nahtlos weiter in die Karibik – „Bamboleo“ von den Gypsy Kings spielt das glänzend aufgelegte Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Robert Reimer.
In Erinnerung an Hildegard Knef regnet es rote Rosen, beim Udo-Judo-Medley tanzt das Ballett mit Zuschauern und Katrin Fuchs beschenkt uns mit einer starken Performance beim „Schwipslied“ aus der Operette „Eine Nacht in Venedig“. Der Star des Abends, Jay Alexander, verzaubert sein Publikum bei Klassik und Filmmusik. „Eine tolle Stimme“ , raunt es unisono. Tenor Alessandro Rinella übernimmt bravourös den italienischen Part und bekommt für die Duette mit seiner Partnerin und Jazzsängerin Hanna Rinella tosenden Applaus. Da vergeht die Zeit wie im Fluge und man ist geneigt zu verzeihen, dass Gänsehauttitel wie im vergangenen Jahr dank der jungen Sopranistin Mirjam Miesterfeldt mit „Skyfall“ und „Barcelona“ fehlen.
Elegant eingebaut in die Moderation ist die Prignitz mit ihren touristischen Schätzen. Die Pantomimen sorgen für gute Unterhaltung zwischendurch, während sie einen Kopfsprung in die Elbe wagen oder mit kleinen rosafarbenen Fahrrädern den Elberadweg erkunden. Auch das ist neu auf dieser Gala, hat Charme, aber die Beispiele treffen nicht immer die wahren Anziehungspunkte.
Den Zuschauern gefällt der Abend. Das verraten Gespräche in der Pause. So sind Marina und Dieter Umlauf nach ihrem ersten Besuch begeistert. Sie kannten die Gala nur aus dem Fernsehen: „Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei, von Swing über Operette bis zum Schlager“, sagt Dieter Umlauf, seit Mai Polizeichef in der Prignitz. Moderator Jens Riewa hat seine Frau überrascht: „Ich kannte ihn bisher sehr förmlich als Nachrichtensprecher. So eine flotte Moderation hätte ich ihm nicht zugetraut.“ Für beide steht fest: „Wir kommen 2018 wieder.“

Also scheint der Balanceakt geglückt zu sein. Das ist gut, denn auch 2018 erlaubt das Motto „Zauber der Musik“ eine schier unendlich große Auswahl an Titeln.


 

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